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Hans Wilhelm Schmidt - Der Brief des Paulus an die Römer [antikvár]

Der Brief des Paulus an die Römer [antikvár]

Hans Wilhelm Schmidt

 
Einleitung § I. Die Gemeinde Die Anfänge der römischen Christengemeinde, über welche der Römerbrief selbst die erste Nachricht gibt, liegen wohl in relativ früher Zeit, mindestens vor dem Jahr 50. Denn Paulus kann im Römerbrief sagen, daß er schon seit einigen Jahren einen Besuch bei den römischen Christen sich vorgenommen hatte (15,23; 1,13). Wenn die durch das Edikt des Kaisers Claudius im Jahre 49 angeordnete Judenaustreibung aus Rom (Apg. 18,2) durch Unruhen und Streitigkeiten mitveranlaßt wurde, welche in der römischen...
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Einleitung § I. Die Gemeinde Die Anfänge der römischen Christengemeinde, über welche der Römerbrief selbst die erste Nachricht gibt, liegen wohl in relativ früher Zeit, mindestens vor dem Jahr 50. Denn Paulus kann im Römerbrief sagen, daß er schon seit einigen Jahren einen Besuch bei den römischen Christen sich vorgenommen hatte (15,23; 1,13). Wenn die durch das Edikt des Kaisers Claudius im Jahre 49 angeordnete Judenaustreibung aus Rom (Apg. 18,2) durch Unruhen und Streitigkeiten mitveranlaßt wurde, welche in der römischen Judenschaft infolge der beginnenden christlichen Mission ausgebrochen waren,i dann wäre ein weiteres Zeugnis für die frühen Anfänge des Christentums in Rom gegeben. Wahrscheinlich wurde das Evangehum schon von Jerusalem und Palästina aus, vielleicht durch jüdische Festbesucher (Apg. 2,10), nach Rom getragen. Die Judenchristen büdeten aber sicherlich zur Zeit des Römerbriefes in der anscheinend schon sehr großen Gemeinde die Minderheit, was wohl auch eine Folge des Judenedikts des Claudius war, welches erst im Jahre 54 wieder aufgehoben wurde. Daß die heidenchristhchen Leser in der überwiegenden Mehrheit waren, geht deuthch aus 1,5f.; 1,13; 11,i; 11,13; I5.i5fi-; 16,4.7 ^sw. her-vor.2 Auch Kap. 9-11 macht öfter deutlich, daß Paulus vor allem an heiden-christUche Leser schreibt (ii,i7if.). Stellen wie 6,i7fE.® zeigen wohl sogar an, daß die römischen Christen in ihrer Mehrheit sich bewußt der paulinischen Lehre vom gesetzesfreien Evangelium angeschlossen hatten. Paulus muß die „Glaubensstarken", welche die Freiheit vom Gesetz leben, zur Rücksicht gegen die „Schwachen" mahnen, welche als judenchristliche Minorität sich noch an die asketisch-rituellen Gesetze ihrer religiösen Vergangenheit gebunden fühlen. Daß sich die paulinische Lehrform in Rom durchsetzen konnte, obwohl der Apostel dort bisher nicht selbst gepredigt hatte, überrascht nicht. Zwischen den paulinischen Gemeinden des Ostens, vor allem den großen Handelsstädten Antiochien, Ephesus und Korinth und der Reichsmetropole herrschte ein reger Verkehr. Als Handelsleute, Seeleute, Soldaten, Beamte usw. werden viele Christen diesen Austausch zwischen der Christenheit im Osten und Westen vermittelt haben. Die Grußliste in Kap. 16 zeigt den großen Bekaimtenkreis, den der Apostel in Rom hatte. Der Brief zeigt auch an, daß Paulus mit den römischen Verhältnissen wohlvertraut war. 1 Vgl. Sueton in seiner Vita Claudii, Kap. 25: „Claudius ludaeos impulsore Chresto assidue tumultantes Roma expulit." ® Vgl. die Exegese zu diesen Stellen. ® Vgl. 16,25 ¦• KöTct TO sOayyeAiöv uo".

Termékadatok

Cím: Der Brief des Paulus an die Römer [antikvár]
Szerző: Hans Wilhelm Schmidt
Kiadó: Evangelische Verlagsanstalt
Kötés: Vászon
Méret: 160 mm x 240 mm
Hans Wilhelm Schmidt művei
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