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Marcel, der junge Sansculotte
I
Jean Meunier, Mitglied des Generalrats der Munizipalität von Paris, schickte, als er gegen Abend aus dem Stadthaus kam, seinen ältesten Sohn zu den Kommissaren des Bezirks.
„Lauf, Junge", sagte er, ,,damit die Bürger zeitig unterrichtet werden. Du darfst auch diesmal mitgehn." Und Marcel, ein magerer, für seine fünfzehn Jahre auffallend hochgeschossener Bursche, rannte los.
Träge kroch die Dämmerung über die Dächer. Der Tag war grausam heiß gewesen. Die Sonne hatte die Luft in den engen Gassen in eine flimmernde, lebendige Wolke verwandelt, voll Myriaden winziger Lebewesen. Das Atmen war schwer gewesen, und die Augen hatten geschmerzt. Dennoch hatten alle, die tagsüber Fenster und Türen aufgerissen, da die Hitze in den Häusern noch unerträglicher war, kaum daß die Dunkelheit und der kühle, angenehme Abend kommen wollten, die Fenster zugeschlagen und die Türen verriegelt. Die Augustnächte dieses Jahres 1792 waren unsicher ; Meuchelmörder gingen um, Rächer des Königs, wie sie sich nannten, Feinde des Volkes. Drei Jahre war es her, seit die Bastille gefallen war. Das Volk war um die Freiheit betrogen worden. Die reichen Kaufleute hatten sich mit der Aristokratie und den Priestern gegen das Volk verbunden. Die Schüsse in Nancy und Vincennes, die Galgen der päpstlichen Aristokratie in Avignon, das Massaker auf dem Marsfeld in