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DIE KUNST INDIENS UND SÜDOSTASIENS Mannlicher Torso. Kalkstein. Indus-Kultur, 3.Jahrtausend. Museum of Central Asian Antiquities, Neu Delhi Als letzte der groBen künstlerischen Traditionen Asiens wurde die Kunst Indiens wiederentdeckt und fand ihre Würdigung. Tatsáchlich war die früheste Periode der indischen Kultur, die sogenannte Indus-Kultur, völlig in Vergessenheit geraten, bis im Jahre 1924 der Spaten der modernen Archáologen die Ruinen von Mohenjo-Dáro und Harappá freilegte. Seit dieser Zeit kam ein umfangreiches Material aus dem 3. und 2. Jahrtausend zutage, nicht nur im Industal selbst, sondern im gesamten nördlichen Indien. Diese Funde beweisen, daB in Indien in vorgeschichtlicher Zeit eine Hochkultur mit groBen stádtischen Zentren und hoch entwickelten Künsten bestand, lange bevor die aus dem Norden eindringenden arischen Eroberer diese Stádte zerstörten und deren Kultur durch ihre eigene ersetzten. Die Frage, wer die Tráger dieser altén Kultur waren und woher sie einst gekommen waren, wird noch immer von den Wissenschaftlern diskutiert; im allgemeinen jedoch wird angenommen, daB die Mehrzahl dieser práhistorischen Bevölkerung negroiden Ursprungs war, verwandt der heutigen, jetzt im südlichen Indien lebenden dravidischen Bevölkerung; ein anderer Teil dagegen, vielleicht nicht mehr als eine kleine, herrschende Schicht, gehörte zu einem anderen rassischen Typus, der wahrscheinlich aus dem Nahen Osten stammte und der sumerischen Bevölkerung Mesopotamiens verwandt war. Nach dem Ende der sogenannten Indusoder Indo-Sumerischen Kultur lagen die bildenden Künste für mehr als ein Jahrtausend völlig darnieder, denn das arische Volk, das auf dem Gebiet der Religion, Philosophie und Literatur sehr viel geleistet hat, besaB keine eigene