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Georg Friedrich Händel
HÄNDEL
Georg Friedrich H., geboren 1685 in Halle als Sohn eines Hofbarbiers. Erst nach dem Tode des Vaters lebte er ganz der Musik. 1706 bis 1707 in Hamburg, 1707-1710 in Italien. Nach kurzem Zwischenaufenthalt in Hannover ging er nach England, wo er von 1712 bis zu seinem Tode (1759 in London) wirkte. Begraben in der Westminsterabtei, der Krönungs- und Begräbnisstätte der englischen Könige. Hauptschaffensgebiete: Oper, Oratorium, Orchester, Orgel, Klavier, Kammermusik.
In emem überragt Händel alle anderen Meister der europäischen Musikgeschichte: Er hat seine großen Werke ganz bewußt für eine möglichst breite Hörerschicht geschrieben und dennoch nichts von seiner starken, herrischen Persönlichkeit preisgegeben. Wenn das Wesen echter Musikkultur darin besteht, daß ein in der Gemeinschaft verwurzelter Meister das allgemeine Denken und Empfinden, das Lebensgefühl und Schicksalsbewußtsein aller Menschen seiner Umwelt künsderisch gestaltet und das von der Gemeinschaft Empfangene in klarer, das Wesenriiche herausarbeitender Form an eben diese Gemeinschaft« zurückgibt, allverständlich und zugleich den strengsten künstlerischen Maßstäben verpflichtet, so ist Händeis Werk das stärkste Zeugnis einer tönenden Kultur, das wir besitzen. Es gibt kunstvollere, mehr in die Tiefe gehende Tonschöpfungen als die Händeis; doch der Ausgleich zwischen Schaffendem und Aufnehmendem, zwischen hoher Einzelkunst und breiter Gesamtwirkung ist nirgends so großartig vollzogen wie bei diesem Meister.
Mannigfaltig sind die von Händel angewendeten Mittel, durch die solches erreicht wird, und sie alle entstammen doch wieder einem einzigen Urgrund: der Überfülle. Denn Händel wuchert nicht und geizt nicht mit seinem Pfunde, er verschenkt, verströmt, verschwendet, kann auch so verschwenderisch sein, weil er stets ins volle Menschenleben greift und mit sicherer Hand das Ergriffene zu gestalten weiß. So sind seine Themen stets musikgewordene Gedanken seiner Zeit, bald mehr und bald weniger gewichtig, wie es in jeder Zeit liegt, stets aber wirkliche Gedanken. Sie in Töne umzugießen, bedient sich Händel vor allem der Bewegung mit all ihren Spannungen und Lösungen, gegliedert durch klare, folgerichtige Harmonien. Händeis tönende Bewegung ist willensbetont, daher die Spannkraft seiner Rhythmen; Händeis Gedanken richten sich auf den Kern, daher die knappe Fassung seiner Themen (die