Bővebb ismertető
erstes kapitel
Kupfer, Gott m.b.H.
Der Spätsommermorgen war lau, und die Türe zum Klassenzimmer stand offen. In dem lärmenden Durcheinander wurde der Eintritt des Schülers Gerber nicht bemerkt. Er ging zu seinem Platz in der letzten Bank, setzte sich hin und betrachtete ungestört das Bild. Es unterschied sich durch nichts von dem eines jeden Schultags. Und Kurt Gerber, folgend einer aus vielem Lesen entstandenen Gewohnheit, alles Geschehen rings um ihn gleichsam im Rückerinnern, als Schilderung eines schon Vergangenen zu erleben, stellte derart fast rekapitulierend das Folgende fest.
Die Schüler des letzten Jahrgangs am Realgymnasium XVI hatten sich im Klassenzimmer versammelt. Sie standen oder saßen in Gruppen umher, ihre Gespräche waren laut, angeregt und pausenlos, ein wenig überstürzt sogar: sie wußten so viel zu erzählen nach den zwei Sommermonaten, die sie zum letztenmal als »Schulferien« erlebt hatten; zum letztenmal mit der trägvertrauten Gewißheit, daß ihr Ende eines Schuljahrs Anfang bedeutete, zum erstenmal mit der neuheitsprickelnden, daß es das letzte Schuljahr sein würde.
Das letzte Schuljahr! Ein magischer Schein ging von diesen drei Worten aus seit jeher - nun traten sie in die Wirklichkeit, und davon war leiser, doch bewußter Abglanz in Gesicht und Gehaben eines jeden der zweiunddreißig Oktavaner zu finden. Sie hatten sich in der Zeit vom 28. Juni bis zum i. September sichtlich auf Erwachsenheit umzustellen bemüht, und übermütig taten sie nun so, als ob sie dieses letzte Jahr schon hinter sich hätten.