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1Du bist schön, sagte Mr. Maurice Tarn bedächtig, und du bist jung. Wahrscheinlich wirst du mich um viele Jahre überleben. Ich hätte nichts dagegen, wenn du dich wieder verheiratest. Solange ich lebe, wird es dir gut gehen, und nach meinem Tode erbst du ein großes Vermögen. Sicher wird es dir nie eingefallen sein, einmal in mir deinen Ehemann zu sehen, aber es ist ja schon öfter vorgekommen, daß ein Vormund sein Mündel geheiratet hat. Der Altersunterschied dürfte auch kein unüberwindliches Hindernis sein.Er sprach, als ob er eine sorgfältig einstudierte Rede hielte, und Elsa Marlowe hörte,bestürzt zu. Maurice Tarn, ein Mann von sechs-undfünzig Jahren, unrasiert und ungepflegt, saß am Frühstückstisch. Mit zitternder Hand, einer Folge des Trinkgelages der letzten Nacht, strich er über seinen struppigen grauen Schnurrbart. Er hatte ihr tatsächlich einen Heiratsantrag gemacht!'Elsa starrte ihn aus weitgeöffneten Augen an und konnte es kaum fassen.Du glaubst, ich bin verrückt, fuhr er langsam fort. Ich habe es mir aber reiflich überlegt, Elsa. Soviel ich weiß, bist du noch nicht gebunden. Was sollte also einer Ehe im Wege stehen - es sei denn der Altersunterschied.Aber Mr. Tarn! Sie stotterte fast vor Überraschung. Das ist doch ganz unmöglich!Elsa glaubte, er sei noch betrunken. Seit fünfzehn Jahren lebte sie in seinem Hause, und sie hatte keinen großen Respekt vor ihm. Wenn dieser Antrag nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel gekommen wäre, hätte sie vermutlich laut gelacht.Ich will Sie nicht heiraten - ich will überhaupt niemanden heiraten. Es ist sehr - sehr gut von Ihnen gemeint, und ich fühle mich sehr -, Elsa konnte das Wort kaum über die Lippen bringen, - geehrt. Aber es ist absurd!Er betrachtete sie aus müden Augen. Ich muß wegfahren - irgendwohin. Ich muß nun etwas für meine Gesundheit tun. Seitdem Major Amery im Geschäft aufgetaucht ist, kann ich auf keinen Fall mehr so weitermachen.Weiß Ralf schon, daß Sie fort wollen? erkundigte sie sich neugierig-Nein! schrie er heftig. Er weiß es nicht, und er soll es auch nicht wissen! Verstehst du, Elsa: Ralf darf es auf keinen Fall erfahren! Was ich dir gesagt habe, muß unter uns bleiben.5