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Wir brauchen viele kleine Tatén "Betroffen betrachte ich diese Statue. Betroffen, weil sie einen Wanderer darstellt, der mit einem Bündel von hier fortging. Und ich glaube, mit der blofien Tatsache, dafi wir dieses Denkmal hier und heute enthüllen, kehrt der Wanderer wieder nach Hause zurück. Er kehrte heim und ist zu Hause, mindestens im Geiste. Der heutige Tag, diese Denkmalweihe, ist nicht nur deshalb ein Fest, weil wir eine Statue einweihen, sondern auch deshalb, weil damit etwas zum Abschlul? kommt. Etwas, was wir in unseren Seelen...
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Wir brauchen viele kleine Tatén "Betroffen betrachte ich diese Statue. Betroffen, weil sie einen Wanderer darstellt, der mit einem Bündel von hier fortging. Und ich glaube, mit der blofien Tatsache, dafi wir dieses Denkmal hier und heute enthüllen, kehrt der Wanderer wieder nach Hause zurück. Er kehrte heim und ist zu Hause, mindestens im Geiste. Der heutige Tag, diese Denkmalweihe, ist nicht nur deshalb ein Fest, weil wir eine Statue einweihen, sondern auch deshalb, weil damit etwas zum Abschlul? kommt. Etwas, was wir in unseren Seelen beenden müssen, was wir in uns nie richtig geklárt habén, weshalb wir auch ein schlechtes Gewissen habén, etwas, was von beiden Seiten verstandén werden mufi. Denn: Gegen den Hagel der Geschichte gibt es keine Versicherung", sagte Staatsprásident Árpád Göncz anláfilich der Einweihung des von Franz Trischler geschaffenen Denkmals in Fünfkirchen zu Pfingsten 1997. Die Aufnahmen von diesem Ereignis sind auf den vorderen Umschlagseiten zu sehen. Deutliche Worte der Entschuldigung fand Staatssekretár Csaba Tabajdi bereits im Jahr 1996 und im Október 1997 in Ulm. Dies und die Rede von Heinrich Reitinger, Bundesvorsitzender des Ungarndeutschen Sozialund Kulturwerkes in München (auf einem historischen Foto mit Staatsprásident Göncz und LdU-Vorsitzendem Lorenz Kerner), bezeugen, dafi das traurige Nachkriegskapitel langsam zum Abschlufi kommt. Die Erinnerungen kann und darf man nicht auslöschen - in mehreren Beitrágen kommen diese immer wieder zum Vorschein. Man kann und mufi auch die Wissenschaft zum Zugé kommen lassen. Gerhard Seewanns Ausführungen zur Verantwortung für die Vertreibung werden vielen bisherigen hitzigen Auseinandersetzungen einen fundierten SchluBpunkt setzen. Der erste Tag der Ungarndeutschen - Fotos auf den hinteren Umschlagseiten - am 11. Jánner 1997 war eine eindrucksvolle Kundgebung für die Zukunft. Und zahlreiche Beitráge in diesem Kalender untermauern, dafi trotz Gesetzeslücken, bis Mitte November noch immer ausstehender Lösung der parlamentarischen Vertretung, mangelhafter Finanzen, immer wieder entstehender Konflikte auf lokaler und Landesebene die meisten Selbstverwaltungen, Vereine und Kulturgruppen zukunftsorientiert arbeiten. In Fünfkirchen wurde im September die erste deutschsprachige Schulklasse gestartet. Denn nicht viele gute Vorschláge brauchen wir, sondern viele-viele kleine Tatén, und viele gute (manchmal auch schlechte) Erfahrungen, auf denen weiter aufgebaut werden kann. Kein Anlafí zur Zufriedenheit, zum Hoffen aber schon.Johann Schuth

Termékadatok

Cím: Deutscher Kalender 1998 [antikvár]
Szerző: Agathe Hárs Johann Hauck
Kiadó: Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen
Kötés: Ragasztott papírkötés
Méret: 140 mm x 200 mm
Agathe Hárs művei
Johann Hauck művei
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