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Die Alte Pinakothek in München [antikvár]

Kurt Martin

 
Die bayerischen Gemäldesammlungen können auf eine Geschichte von I mehr als 400 Jahren zurückblicken, in denen sie sich, durch ein glück- I lieh es Geschick vor allzu großen Verlusten durch Kriege, Raub, Un- I glücksfälle und menschliche Torheit versdiont, zu ihrer heutigen Welt- !1 bedeutung zu entwickeln vermochten. Sie wurden geprägt vom Willen und vom Geschmack leidenschaftlicher Sammler und Kenner, wie sie das Haus Wittelsbach immer wieder hervorgebracht hat, und wurden begünstigt durch eine Regelung der Erbfolge, nach der beim...
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Die bayerischen Gemäldesammlungen können auf eine Geschichte von I mehr als 400 Jahren zurückblicken, in denen sie sich, durch ein glück- I lieh es Geschick vor allzu großen Verlusten durch Kriege, Raub, Un- I glücksfälle und menschliche Torheit versdiont, zu ihrer heutigen Welt- !1 bedeutung zu entwickeln vermochten. Sie wurden geprägt vom Willen und vom Geschmack leidenschaftlicher Sammler und Kenner, wie sie das Haus Wittelsbach immer wieder hervorgebracht hat, und wurden begünstigt durch eine Regelung der Erbfolge, nach der beim Aus- I sterben des kurbayerischen Stammes 1771 der pfälzische Zweig der Familie und nach dessen Aussterben die pfalz-zweibrückener Linie in Bayern zur Regierung gelangten. Die berühmten, im 18. Jahrhundert : entstandenen Galerien von Düsseldorf, Mannheim und von Schloß Karlsberg bei Homburg an der Saar wurden daher im Anfang des 19. Jahrhunderts nach München überführt und mit der sdion bestehenden reichen Sammlung vereinigt. Die Säkularisation brachte weiteren, wesentlichen Zuwachs aus bischöflichem Gemäldebesitz, aus Kirchen und Klöstern. Hinzu kamen bedeutende Ankäufe durch den Kronprinzen und späteren König Ludwig I., dessen großzügiger Initiative und Planung München sein neuzeitliches Gesicht verdankt. Damals wurden neben bedeutenden Einzelwerken die berühmten Sammlungen altdeutscher und altniederländischer Gemälde der Brüder Boisserle und des Fürsten von öttingen-Wallerstein erworben. Es entstand eine Galerie von höchster Qualität und bedeutendem Umfang, in der, im Gegensatz zu kunstgeschichtlich ausgeglichenen und auf Vollständigkeit eines historischen Überblickes gerichteten Museen, auch heute noch die entscheidenden Sammler-Persönlidikeiten in der Akzentuierung einzelner Bestände deutlich werden. So im einmaligen Reichtum an Hauptwerken von Rubens, in der wohl umfangreichsten Sammlung von altdeutscher Malerei mit der besonderen Betonung von Dürer, in der großen Anzahl der Gemälde von van Dyck und Jan Brueghel d. Ä., in der Folge von Bildern Rembrandts — Frühwerken, wie sie das 18. Jahrhundert bevorzugte —, in der Breite, mit der die hollän- j dische »sdiilderkonst« gezeigt werden kann, weiterhin in der hervorragenden Vertretung italienischer Malerei der Renaissance, vor allem von Tizian und Raffael, und schließlich in bedeutenden Werken von Roger van der Weyden, von Poussin, Claude Lorrain und Murillo. I Eine solche Fülle, die in der alten kurfürstlichen Galerie im Arkadenbau des Hofgartens nicht mehr unterzubringen war, forderte die Errichtung eines neuen Museums. Ludwig I. (Regierungszeit 1825 bis

Termékadatok

Cím: Die Alte Pinakothek in München [antikvár]
Szerző: Kurt Martin
Kiadó: Knorr & Hirth Verlag GmbH
Kötés: Vászon
Méret: 180 mm x 180 mm
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