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Gegen Ende des Monats Tewet im Jahre fünftausend-siebenhundertsechzehn war Robi Singer auf dem Weg heimwärts zu Mutter und Großmutter. Der Sabbat war bereits zu Ende, er war »ausgegangen«, wie man im Waisenhaus sagte, und so hatte Robi ohne Gewissenskonflikt in die Linie 33 der Straßenbahn steigen können. Stehend eingekeilt in die Menge der Fahrgäste hing er seinen Sorgen nach. Als die Bahn die Stalinbrücke passierte, wünschte Robi sich den Frühling herbei. Im Monat Ijar oder zumindest Nissan bliebe es um die Tageszeit noch hell, es wäre immer noch Sabbat; und Robi könnte die Brücke zu Fuß überqueren und weiter die Väcistraße entlanggehen, bis zum Marxplatz.
Immer zu Frühlingsanfang legte der Herr Lehrer Balla seinen Zöglingen ans Herz, der Heiligkeit des Sabbat Respekt zu erweisen und nicht zur Unzeit die Straßenbahn zu benützen. Genauer gesagt, ermahnte er diesbezüglich die Halbwaisen und all die Vollwaisen, die noch irgendwo, etwa bei ihren Großeltern, ein Zuhause hatten. Zwar ist es kein großes Verbrechen, wenn ein Zwölfjähriger ein Sabbatgebot verletzt. Aber aus den kleinen werden die größeren Sünden, aus verzeihlichen Vergehen werden unverzeihliche. Der gläubige Jude ist verpflichtet, den Sabbat sogar auf einer einsamen Insel zu heiligen. Ja, wenn, sagen wir, Robinson Crusoe »einer von uns« gewesen wäre, dann hätte er den ihm zugesellten braven Wilden Freitag unbedingt an jedem Samstag als Schabbesgoite be-