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19 Uhr 30 bis 20 Uhr 30
Nebelhörner heulten auf schlohweißen Passagierdampfern und rostzerfressenen Frachtern, die an mächtigen Bojen vertäut lagen. In der öligen Dünung dümpelten die großen Schiffe kaum. Der Hafen von Hongkong war unheilverkündend glatt wie ein blinder schwarzer Spiegel, und dichter Nebel senkte sich von den umliegenden Hügeln auf die Bucht.
Die letzte Fähre nach Kowloon bahnte sich vorsichtig ihren Weg zwischen den vor Anker liegenden Schiffen. Ihre waagerechten Lichterreihen warfen einen blassen Schein in die aufsteigende Dunkelheit, und ihre Sirene schien über die hereinbrechende Nacht zu wehklagen. Eine Dschunke mit Mattensegel trieb wie ein Geisterschiff vor dem Wind. Der Steuermann der Fähre wirbelte mit einem leisen kantonesischen Fluch das riesige Steuerrad herum, um dem unbeleuchteten Boot auszuweichen. Schmutzige Wallah-wallah-Motorboote flitzten durch den dichten Nebel, ihre Signalhörner stießen schrille Warnrufe aus.
Mit einer Geschwindigkeit von dreißig Knoten raste am frühen Abend des 27. Juni 1970 der Taifun Linda auf die schmucke britische Kronkolonie zu. Noch breitete der Nebel sich aus, und noch ging der Regen nur in einzelnen Schauern nieder, aber die Wettervoraussagen des Königlichen Observatoriums verhießen nichts Gutes. Bald würde der Taifun den Nebel wegblasen und den Regen zum Wolkenbruch werden lassen.
Das Nachrichtennetz der Kolonie war erstklassig: auf der Halbinsel Stanley schimmerten die schräg geneigten Schalen der Satelliten-Erdsta-tion; auf den Bergen thronten die riesigen Gitter der weiß-roten Radarantennen; und auf Cape Collinson ragte ein Wald von Funkmasten empor.
Doch in einer Stunde würde der gesamte Verkehr im Hafen zum Erliegen kommen. Trotz aller technischer Fertigkeiten der Menschen würde niemand mehr von der Insel Hongkong auf die zum asiatischen Festland gehörende Halbinsel Kowloon gelangen können, wenn die stürmischen Winde aus dem Südchinesischen Meer heranbrausten. Die etwa sechzig Meter breite Startbahn des Flughafens Kaitak erstreckt sich mehr als zweihundertfünfzig Meter weit in den östlichen Arm des Hafens, aber die so hochkomplizierten Flugzeuge des Westens waren
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