Bővebb ismertető
Anne stieg aus der Limousine und blieb stehen. Sie starrte auf die schweren, geschnitzten Türen der Kapelle. Der Fahrer trommelte mit den Fingern auf dem Lenkrad, und sie wußte, daß er sich fragte, worauf sie jetzt wartete. Sie hatte die letzte Stunde ungeduldig auf dem Rücksitz gesessen, während er sich so schnell wie möglich durch den dichten Verkehr gekämpft hatte, um sie rechtzeitig vom Flughafen nach Lake Forest zu bringen. Sie kam trotzdem zu spät, aber nun stand sie da und starrte auf die gotische Kapelle, deren kalte Steine unter den dunklen Wolken, die über der Stadt hingen, noch grauer und kälter aussahen als sonst. Die Fahrer der anderen Limousinen, die auf die Rückkehr der Trauergäste warteten, blickten von ihren Zeitungen auf. Na los! ermahnte sie sich stumm und ging zu der Treppe, die ihr endlos vorkam, und stieg hinauf zu den schweren Doppeltüren mit den großen Messingringen. Ich muß es tun, dachte sie. Ich will es tun. Für Ethan.
Sie zog an einem der Messingringe. Die Tür ging geräuschlos auf. Sie betrat einen Vorraum, und ein Diener öffnete eine weitere Tür und ließ sie eintreten. Die Kapelle war voller Menschen; alle Sitze waren belegt, und in den Seitengängen und hinten standen noch mehr. Ein großer Mann mit einer Aktentasche rückte für Anne zur Seite, und sie schob sich neben ihn. Jemand hielt eine Rede, aber sie hörte ihn kaum. Sie stand nur da und sah auf die Rücken der Chathams, Reihe für Reihe, Chathams jeden Alters, ihre Freunde, ihre Geschäftspartner und sogar ein paar ihrer Feinde. Und ganz vorn in der Kapelle der Sarg von Ethan Chatham, der im Alter von einundneunzig Jahren gestorben war.
Der Raum rauschte und wogte wie ein Weizenfeld im Präriewind, während sich die Menschen nach links und rechts beugten, um ihren Nachbarn etwas zuzuflüstern, während sie den Rednern zuhörten. Sie kannten sich alle; viele von ihnen waren zusammen aufgewachsen, zusammen auf Privatschulen gegangen, und jetzt waren sie Bankiers, Geschäftsführer multinationaler Firmen, Besitzer von Fabri-