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Vorwort zur deutschen Ausgabe
Vorwort zur deutschen Ausgabe
Meine berufliche Laufbahn wurde von mehreren Glücksfällen geprägt. Der erste war 1968 der Griff zu Benjamin Grahams „Security Analysis". Nach dem erfolglosen Gehampel der vorherigen Jahre an der Börse war dies die erste rationale, systematische, disziplinierte Anlagephilosophie. Sie hat mich nie wieder losgelassen. Wie Warren Buffett einmal sagte: „Entweder begreift man diese Philosophie sofort oder nie."
Der zweite Glücksfall fand weniger als ein Jahr später statt, als ich zum ersten Mal in einer amerikanischen Wirtschaftszeitschrift auf den Namen Warren Buffett stieß. Hier war ein Schüler Benjamin Grahams, der dessen Lehren mit großem Erfolg schon 15 Jahre an der Börse umgesetzt hatte. Damals praktizierte Buffett allerdings noch die „reine" Lehre, d. h. er kaufte Aktien nach dem sogenannten „Zigarrenstummel-Ansatz": Wenn man einen Zigarrenstummel auf der Straße findet und ihn anzündet, hat man noch einen letzten Zug; dieser schmeckt zwar schrecklich, aber da umsonst, ist er immer noch preiswert. Ähnliches galt für Aktien: Egal wie schlecht die Branche oder das Management — wenn man die Aktie unter Liquidationswert kaufen kann, lohnt sich das Geschäft.
1969 verlor ich Warren Buffett wieder aus den Augen, da er sich am Höhepunkt der Spekulationsblase in Technologieaktien von der Vermögensverwaltung für Dritte trennte. Erst Ende 1974, nach der schlimmsten Baisse der letzten 40 Jahre stolperte ich beim Lesen des Bestsellers „Super Money" von Adam Smith über das Kapitel „Jemand muß etwas richtig gemacht haben: Die Lektionen des Meisters". Benjamin Graham selbst wies Adam Smith auf die erstaunlichen Anlageresultate von Warren Buffett hin und bat ihn, gemeinsam mit Warren Buffett die Neuauflage seines Bestsellers „The Intelligent Investor" zu überarbeiten.
In diesem Kapitel bei Smith deutete sich schon eine Metamorphose Buffetts an, die unter dem Einfluß seines intellektuellen Bruders Charlie Munger Jahre zuvor begonnen hatte. Käufe von Aktien unter Liquidationswert wurden immer seltener, Wachstumsaussichten und Managementqualität immer wichtiger. Dieser Wandel zeigte sich in Buffetts Ausspruch „Wachstum und Wert sind an der Hüfte zusammengewachsen" — Wachstum ohne Wert ist ebenso abzulehnen wie Wert ohne Wachstum. Buffett verschmolz damit die Aniagephilosophien von Benjamin Graham und Philip Fisher, der das Unternehmen Texas Instruments dank seiner Anlage-Philosophie noch in den Kinderschuhen entdeckt hatte.
Für einen eingefleischten Graham/Dodd-Jünger wie mich war es anfangs schwierig, Buffetts Sinneswandel nachzuvollziehen. Im Laufe der Jahre ist dies aber dank