Bővebb ismertető
„Jetzt müßten eigentlich Schritte zu hören sein auf dem Korridor", sagte sich Bernard. Er hob den Kopf und lauschte. Doch nein: sein Vater und sein älterer Bruder hatten im Justizpalast zu tun; seine Mutter machte Besuche; die Schwester war in einem Konzert; und über dem Jüngsten, dem kleinen Caloub, schlössen sich die Pforten einer Pension, einen Tag wie den andern, wenn der Schulunterricht beendet war. Bernard Profitendieu war zu Hause geblieben, um für sein Baccalaureats-Exa-men zu odisen; er hatte nur noch drei Wochen vor sich. Die Familie respektierte seine Einsamkeit; der Dämon nicht. Bernard hatte seine Jacke ausgezogen, aber er konnte kaum atmen. Durchs offene Fenster drang von der Straße her glühende Luft herein. Seine Stirn triefte. Ein Schweißtropfen rann ihm die Nase herab und fiel auf den Brief, den er in der Hand hielt:
„Ganz wie eine Träne", murmelte Bernard. „Na, immer noch besser zu schwitzen, als zu weinen!"
Das Datum war entscheidend. Kein Zweifel möglich: es handelte sich um ihn selbst, um Bernard. Der Brief war an seine Mutter gerichtet: ein Liebesbrief, vor siebzehn Jahren geschrieben und nicht unterzeichnet.
„Was bedeutet dieser Anfangsbuchstabe? Ein V, das vielleicht auch ein N sein kann Soll ich Mama danach fragen? Verlassen wir uns auf ihren Geschmack! Dann kann ich mir einbilden, es sei ein Prinz gewesen. Was hätte ich von der Gewißheit, der Sohn eines Hoch-