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VORWORT
Vor vierzig Jahren habe ich ein paar Tage in einer berühmten Abtei verbracht. Der Freund, der mich begleitete, hatte mich gewarnt, es sei ziemUch bekannt, daß der Abt »hundertprozentig« ungläubig sei. Ich sah ihn bei der Messe, einen Mann von etwa sechzig Jahren, schön, ehrfurchtgebietend und durch sein ganzes Gehabe Respekt vor der Religion einflößend, die er auf diesem wichtigen Posten glorifizierte. Ich war tief ergriffen. In der Folgezeit sagten mir nicht nur eine, sondern drei oder vier Stimmen immer wieder, der Abt sei Atheist und er habe das andeutungsweise jemandem bekannt, der nicht dem niedrigen Verlangen habe widerstehen können, ein so seltenes Geheimnis unter die Leute zu bringen.
Ein atheistischer Priester dünkte mich eine wunderbare Romangestalt. Ich plante, die Geschichte eines atheistischen Priesters zu schreiben; ich wage nicht zu sagen: eines vortrefflichen Priesters, wohl aber eines Priesters, der bis ans Ende die Pflichten seines schweren Amts zum Besten seiner Pfarrkinder und zu deren ständiger Erbauung erfüllt. Das war ein Thema, wie geschaffen für mich, der ich als Christ fühle, aber nicht den Glauben habe. Seit 1929 sann ich über den Tod meines Priesters nach und legte in der letzten Stunde das eine auf das andere, das Ja und das Nein, und erkannte, daß sie einander deckten, was mein Hauptanliegen schon vor meinem dreißigsten Lebensjahr gewesen war: Der christliche Tod eines ungläubigen Priesters ist ein Thema, das mich mein Leben lang verfolgen sollte, obwohl ich dafür sehr ungeeignet und