Bővebb ismertető
DIE KUNST DES ROKOKOIn dem Augenblick, da das Gestirn der Kunst auf der Flugbahn seines Weltenweges aus dem Wendekreis des Barock heraustritt, wird es von einem wirbelnden Luftstrom empfangen. Der ruhige, klare Gang der bisherigen Entwicklung scheint abgebrochen. Zum ersten Male sieht sich die Kunst in eine Atmosphäre gehoben, in der von verschiedenen Regionen her machtvolle Kräfte und Bewegungen die Hände nach ihr ausstrecken, um sie zu beeinflussen und in ihren Bereich zu ziehen. Sie fühlt sich in eine Epoche versetzt, die zugleich die Kennzeichen eines glänzenden Abschlusses wie eines bedeutungsvollen Anfangs trägt, in die Vorbereitungszeit eines gewaltigen Umschwungs der Kultur-und Lebensformen der Menschheit.Aus drei Richtungen marschieren neue Gedanken und Formvorstellungen auf, um die Stilwelt des Barock, dieses üppigen und wortreichen Ausläufers der Renaissance, zu untergraben und schließlich zu zersetzen. Das ganze achtzehnte Jahrhundert wird Zeuge dieses tiefgreifenden Prozesses. Auf der einen Seite werden die Formelemente der Vergangenheit in künstlerischen Gebilden fortgeführt, die ihre festgefügte, gedrungene Gesetzmäßigkeit auflösen und in launenreichem Spiel aUmählich ad absurdum führen. Auf der anderen Seite tritt ihnen in dem mit tieferer Inbrunst als je vorher aufgenommenen Ideal der Antike ein Widersacher entgegen, der ihre Herrschaft in den Grundmauern erschüttert. Endlich gesellt sich als Dritter im Bunde der unbefangene Wirklichkeitssinn eines neuen Lebensgefühls hinzu, dessen realistischer Grundstimmung die mit frohem Gegenwartsbewußtsein erfaßte Tatsächlichkeit der Erscheinungen als einziger Maßstab gilt.Alle drei Strömungen dürfen sich auf Ideengänge der früheren Zeit berufen, die sie fortentwickeln. Die zierhchen Schnörkel und Ranken, die jetzt das Dasein der Menschen umrahmen, nicht nur als sichtbare Ornamente der Innendekoration, sondern als unsichtbare Leitmotive des alltäglichen Denkens, der Poesie, der Musik, des öffentlichen und gesellschaftlichen Getriebes, sind wie beschwingte Kinder der schwereren Gebilde, die viele Jahrzehnte hindurch geherrscht hatten. Die Sehnsucht nach dem Ebenmaß der Griechen nimmt jahrhundertealte Renaissancewünsche aus gründlicherer, ernsterer Kenntnis auf. Die reahstisch gestimmte Freude an der umgebenden Wirklichkeit schließlich setzt Bestrebungen fort, die in der niederländischen Kunst des 17. Jahrhunderts sich bereits maßgeblich durchgesetzt hatten. Aber alle diese Gedankengänge nehmen eine neue, verjüngte Gestalt an. Und in ihrem Zusammenwirken, ihrer Parallelerscheinung, ihren wechselnden Einflüssen, die im Auf und Ab