Bővebb ismertető
In diesem Überbliclc ist Mittelasien nur als Gesamtheit der vier Sozialistischen Sowjetrepubliken der UdSSR - der Kirgisischen, Tadshikischen, Turkmenischen und Usbekischen SSR - betrachtet. Ihr Territorium erstreckt sich vom Kaspischen Meer im Westen bis zur Staatsgrenze mit China im Osten. Sehr mannigfaltig sind die Klimazonen dieser Region: höchste Gebirgsketten, blühende Oasen in den Flußtälern und unübersehbare Steppen, die in Sandwüsten übergehen.
Mittelasien ist ein Gebiet mit uralten Zivilisationen und reichem kulturhistorischem Erbe. Bereits in der Bronze- und der frühen Eisenzeit steht die mittelasiatische Kultur auf gleicher Stufe mit der Kultur des klassischen Orients, von Mesopotamien bis Indien.
Im 6. Jahrhundert v.u.Z. wurde ein bedeutender Teil Mittelasiens von der mächtigen iranischen Großmacht der Achämeniden und im 4. Jahrhundert v.u.Z. von dem Heer Alexanders von Makedonien erobert. Die Zeitperiode vom 3. Jahrhundert v.u.Z., als die griechische Herrschaft gestürzt wurde, bis zum 3. Jahrhundert u.Z. ist durch die Herausbildung des Partherreiches der Arsakiden (Gebiete Südturkmenistans, des Irans und ein Teil Mesopotamiens), des Griechisch-Baktrischen Reiches, später des Reiches der Kuschan-Fürsten (einschließlich Baktrien und riesige Gebiete jenseits des Amudarja bis hin zum Indus und Ganges) sowie der Staatsverbände Kangü (Choresmien, Sogdien und Gebiete nördlich von ihm) auf diesem Territorium gekennzeichnet. Kulturgeschichtlich war es die Epoche des Werdegangs und Aufschwungs einer lokalen Antike, deren Aufblühen sowohl durch die Faktoren der inneren sozialen Entwicklung wie auch durch die Kontakte mit den hellenistischen Staaten Iran und Indien bedingt war.
Die Kultur und Kunst der antiken Zeit zeigte sich als eine völlig neuartige Erscheinung im Vergleich mit den vorangegangenen Epochen. Die mittelasiatische Kunst entwickelte sich von Anfang an in engem Kontakt mit der Kunst der Nachbarländer.
In der antiken Zeit wurde dieser Prozeß besonders intensiv. In den Kunstwerken der südlichen Gebiete lassen sich Züge der altiranischen, hellenistischen und indisch-buddhistischen Einwirkung verfolgen, während sich in der Kunst des Nordostens und teilweise der Zentralgegenden dieser Region ein starker Einfluß der sky-tisch-sakischen Kunst bemerkbar macht. Die lokalen Meister kopierten nicht ohne weiteres fremde Formen und Motive. Die entlehnten Gestalten, Sujets und Kunststile wurden von ihnen schöpferisch umgedeutet und entsprechend den lokalen ideologischen und ästhetischen Aufgaben variiert, was letzten Endes eine neue, tief eigenständige Kunst hervorbrachte.
Der Zerfall der antiken mittelasiatischen Großstaaten und die Invasion der Nomadenvölker aus dem Norden im 4. und 5. Jahrhundert bewirkten hier die Entstehung eines neuen sozialen Systems. Im 6.-8. Jahrhundert vollzog sich ein intensiver Feudalisierungsprozeß in Mittelasien, das zu diesem Zeitpunkt aus zahlreichen halbselbständigen Fürstentümern bestand. Das war die Epoche der mittelasiatischen Feudalritter, der Dechkanen, deren uneinnehmbare Schlösser in Unmengen in Tälern und Gebirgen zerstreut waren. Eine prägnante Erscheinung des neuen Gesellschaftssystems war die Herausbildung eines ganz besonderen Typs der frühen mittelalterlichen Kultur. In den damals wenigen Städten entwickelten sich verschiedene Künste und Kunsthandwerke.
Die politische Zersplitterung erleichterte die Eroberung der mittelasiatischen Region durch die arabischen Heere und ihre Unterwerfung im 7. und 8. Jahrhundert unter die Macht des arabischen Kalifats. Von dieser Zeit an erhielt die ganze Region vom Amudarja bis zum Siebenstromland die arabische Benennung Mawe-rannahr, was »Gebiete hinter den Flüssen« bedeutet. Der südliche Teil des heutigen Turkmeniens wurde Teil der Provinz Chorasan, und nur Choresmien hielt seine frühere Benennung bei.