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EINLEITUNG XI
Wenn die alte Gräfin Laval, in ihrem tiefen l.
Lehnstuhl behaglich zurückgelehnt, ein heiter V
sinnendes Lächeln um die feinen Lippen, von Del- /
phine Montjoie zu sprechen begann, so pflegte ,
ihre strenge Tochter, mit einem vielsagendem Blick auf die Jugend im Zimmer, ein „aber Mamachen!" warnend dazwischen zu werfen. Sie unterbrach sich dann stets, eine zarte Röte überzog ihre Elfenbeinhaut, — ob aus Arger, ob aus Verlegenheit? —, und für den Rest des Abends blieb ' sie schweigsam.
Kam eine ihrer Enkeltöchter allein zu ihr, so bedurfte es keiner langen Bitten und sie erzählte der gespannt Aufhorchenden von der Ahnfrau, die das Zaubermittel besessen hatte, alle Herzen an sich zu fesseln. Der lachende Geist des Rokoko — halb Liebesgott, halb Faun — hatte seine Schäferlieder an ihrer Wiege gesungen, das Heldenepos Napoleon hatte ihr Alter umbraust; um ihr duftendes Lockenköpfchen hatte der Sturm von 89 getobt, und von dem Gewitter der Julirevolution war ihr eisgraues Haupt noch berührt worden. Schleifende Menuettschritte, rauschende Kleider, klappernde Stöckelschuhe, Sturmläuten, Kanonendonner, dazwischen ein Flüstern, ein leises Lachen, ein ver-haltenes Schluchzen, — das war ihre Geschichte.
Als eines W^inters der tiefe weiche Schnee um ihr Schloß zu Füßen der Vogesen jeden Laut erstickte, da verklang ihr Leben. J