Bővebb ismertető
Die hier vorliegende Sammlung soll die Sagen und My= then der Juden enthalten, die, an die Schrift anknüpfend, von ihr ausgehend und sie in vielfachem Sinne erweiternd, sich durch das ganze nachbiblische jüdische Schrifttum zie= hen. Auf die Mythen von der Urzeit folgen die Sagen von den Erzvätern und von der Ausbreitung der Völker; dar= auf der große Ägypten=Roman, der mit der Verkaufimg Josephs durch seine Brüder anfängt und mit dem Auszug der Stämme aus dem Lande der BCnechtschaft endigt. Dann kommen die Mose-Sagen und die Mythen von der Geburt der israelitischen Religion, endlich die Heroen-Geschich= ten Judas rmd Israels, von der Eroberung des Landes Ka= naan bis zur Zerstörung des ersten Tempels, Die Sage folgt dem Gang der Geschichte und dem Gang der Schrift. Sie erzählt von dem Entstehen und Werden der Welt und von den Geschicken Israels, des Gottes= Volkes.
Der Ursprung der jüdischen Sage liegt nicht allein in einem freien Drang zu fabulieren. Der Zweck ist weniger, zu erzählen, als vielmehr die menschlichen Geschicke und die Geschicke der Welt auszulegen. Der Grundzug ist das Gefühl von einer unabwendbaren Schuld, der alle Kreatur verfallen ist, und das ewige Bestreben, dieser Schuld den= noch ledig zu werden.
Die Bibel hat den Juden die Natur ersetzt; auf die Bibel lauschen sie immer und kehren immer wieder zu ihr zu= rück. Dermoch enthalten ihre späteren Schriften bei aller Gebundenheit und Unfreiheit ein erhebliches Maß von bildender Kraft. Ja, noch mehr, manches Urheidnische, das vom biblischen Kanon verdrängt worden war, fand in der nachbiblischen Zeit wieder Eingang. Neben der strengen Grenze zwischen Gut und Böse, zwischen Tunlich und Untunlich, die vom Gesetz auf das genaueste bestimmt ist, sucht die Seele die alten Heimlichkeiten auf. Neben dem