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Dr. Sarah Blakeney stand neben der Badewanne und fragte sich, wie ein Mensch den Tod als Sieg bezeichnen konnte. Hier war kein Triumph, nicht der Hauch einer Ahnung, daß Mathilda sich ihrer irdischen Hülle endedigt hatte, um etwas Besseres zu gewinnen, nicht der kleinste Fingerzeig, daß sie ihren Frieden gefiinden hatte. Bei den Toten bestand, anders als bei den Lebenden, keine Hoffnung auf Wiedererwachen. »Wollen Sie meine ehrliche Meinung hören?« sagte sie langsam, in Antwort auf die Frage des Polizeibeamten. »Mathilda Gillespie ist die letzte, der ich einen Selbstmord zugetraut hätte.«
Sie starrten zu der grotesken Gestalt hinunter, die steif und kalt im brackigen Wasser lag. Brennesseln und spätblühende Maßliebchen sprossen aus dem grauenvollen Gesteh, das das bludeere Gesicht einschloß und dessen verrostete Gebißstange die tote Zunge im klaffenden Mund festklemmte. Ein paar Blütenblätter lagen, welk und eingerollt, auf den knochigen Schultern und den Rändern der Wanne, und ein brauner Bodensatz unter der Wasseroberfläche ließ vermuten, daß dort unten noch mehr Blätter sich gesammelt hatten, die sich voll Wasser gesogen hatten und gesunken waren. Auf dem Boden lag ein blutiges Stanley-Messer, anscheinend den leblosen Fingern entghtten, die schlaff über ihm hingen. Die Szene erinnerte an Marat in seinem Bad, aber sie war ungleich häßlicher und ungleich trauriger. Arme Mathilda, dachte Sarah, wie ihr das zuwider gewesen wäre.
Der Sergeant wies auf den gemarterten grauen Kopf. »Was um Himmels willen ist denn das?« Seine Stimme war rauh vor Widerwillen.
Sarah wartete einen Moment, bis sie sicher war, ihre Stimme unter Kontrolle zu haben. »Das ist ein altes primitives Unterdrückungsinstrument«, sagte sie. »Man nennt es eine Schandmaske. Im Mittelalter hat man damit zänkischen Frauen die
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