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Die Nacht wusste nichts mehr anzufangen mit Daniel Käfer, doch der Tag wollte ihn noch nicht haben. So fand er sich in brüchiger Dunkelheit wieder, umgeben von Gerüchen, Geräuschen und Bildern, die er nicht deuten konnte.
Er wollte zurück in den Schlaf, verkroch sich in der Wärme des Bettes. Vom offenen Fenster her strich kühle Luft über sein Gesicht, Herbsduft. Aber es war doch eben erst Sommer gewesen, Sommer und noch einmal Sommer
Käfer fröstelte und wachte nun, ohne die Augen zu öffnen, wirklich auf. Er dachte daran, dass dies für lange Zeit sein letzter Morgen im Salzkammergut war. Es gab für ihn keinen vernünftigen Grund, hier zu bleiben, nicht einmal einen unvernünftigen. „Sabine", murmelte er in den Polster, „Sabine, du unerbittliche Hüterin meines Fortkommens und meines Wohlergehens. Ich werde es schon noch lernen, dich dafür zu hassen." Er drehte sich auf den Rücken, öffnete die Augen und erkannte im Halbdunkel vertraute Konturen. Für mehr als sieben Wochen hatte er das kleine Zimmer im Bauernhaus der Familie Schlömmer in Sarstein bewohnt. Wie eine freundliche Höhle war es um ihn gewesen.
„Zu freundlich", hatte Sabine eines Tages gesagt, „das wahre Leben sieht anders aus. Und wer sich ihm nicht stellt, ist ein Versager. Hinaus in die Welt mit dir, Daniel!" Dann hatte sie ihn mit energischer Sorgfalt geküsst und in ihren Augen war jener Ausdruck liebevollen Tadels gewesen, den Käfer nur zu gut kannte und der ihn so sehr ärgerte, dass er immer wieder darauf vergaß, sich zu wehren.
Außerdem war es wohl wirklich klüger, endlich aktiv zu werden, statt Träumen und Erinnerungen nachzuhängen.