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Als der Schriftsteller Flavius Josephus von seinem Sekretär erfuhr, der Kaiser liege im Sterben, gelang es ihm, sein Gesicht ruhig zu halten. Er zwang sich sogar, zu arbeiten wie sonst. Es war freilich gut, daß der Sekretär am Schreibtisch saß, während Josef in seinem Rücken auf und ab ging. Den Anblick des ruhigen, ironisch höflichen Gesichts hätte Josef heute nicht ertragen. Wie immer, er beherrschte sich, hielt durch, erklärte erst nach einer Stunde Arbeit, es sei für heute genug.Sowie er aber allein war, erhellten sich seine heftigen, langen Augen, er holte tief Atem, strahlte. Vespasian im Sterben. Sein Kaiser. Hörbar vor sich hin sagte er es, auf aramäisch, mehrmals, voll tiefer Befriedigung: Jetzt stirbt er, der Kaiser. Jetzt stirbt er, der Messias, der Herr des Erdkreises, mein Kaiser."Ihm war es erlaubt, zu sagen: mein Kaiser. Er war mit ihm verknüpft seit ihrer ersten Begegnung, als er, der gefangene General der aufständischen jüdischen Armee, nach dem Fall seiner letzten Festung verhungert und erschöpft vor diesen Römer Vespasian gebracht wurde. Josefs Lippen verpreßten sich, dachte er an jene Begegnung. Damals hatte er den Mann als den Messias begrüßt, als den künftigen Kaiser. Es war eine peinigende Erinnerung. Hatte damals das Fieber der unsäglichen Entbehrung aus ihm gesprochen? War es nur ein schlaues Manöver gewesen, ihm vom Trieb der Selbsterhaltung eingegeben? Unnütze Grübelei. Die Ereignisse haben ihn bestätigt, Gott hat ihn bestätigt.