In einer Herbstnacht im Jahre 1940, ein Jahr also nach der Besetzung durch die Deutschen, saß in einem Dorf namens Malerikowice mitten in dem Gebiet, das als Oberschlesien bekannt ist, ein fünfzehn Jahre alter Junge namens Gracian Söfka kerzengerade und angespannt in seinem Bett und betrachtete seinen schlafenden Bruder. Er atmete vorsichtig und unter Wahrung der Stille, ließ jeden Atemzug zu einer weißen Wolke in der kalten Luft erblühen und wieder verblassen. Sein zwölf Jahre älterer Bruder Pawel murmelte etwas im Schlaf, während...
In einer Herbstnacht im Jahre 1940, ein Jahr also nach der Besetzung durch die Deutschen, saß in einem Dorf namens Malerikowice mitten in dem Gebiet, das als Oberschlesien bekannt ist, ein fünfzehn Jahre alter Junge namens Gracian Söfka kerzengerade und angespannt in seinem Bett und betrachtete seinen schlafenden Bruder. Er atmete vorsichtig und unter Wahrung der Stille, ließ jeden Atemzug zu einer weißen Wolke in der kalten Luft erblühen und wieder verblassen. Sein zwölf Jahre älterer Bruder Pawel murmelte etwas im Schlaf, während das Mondlicht ihm mit einem vereinzelten, lang gezogenen Strahl über Gesicht und Kopfkissen fuhr. Als Gracian sicher war, dass er fest schlief, schwang er langsam seine Beine vom Bett und setzte die Füße auf die Dielen. Er langte hinunter, nestelte mit den Händen in der Dunkelheit, streifte sich die Hose aus Wollstoff und einen dicken Pullover über sein Nachthemd, zog sich die Schuhe an und verharrte einen Augenblick und noch einen, damit sich das leise Quietschen der Matratze in der Stille verlor. Dann stand er auf und ging zur Tür, nahm seinen Mantel
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