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Prolog
Der Junge rannte durch Kälte und Dunkelheit. An einigen Stellen war der Boden schon gefroren. Moos knirschte unter seinen Füßen, der Wind blies ihm hart in den Rücken. Nebel hing dicht und weiß über der Bergflanke. Uralte, knorrige Kiefern klammerten sich an die Felsabsätze; sie ragten aus dem Dunst, steinhart geworden von jahrhundertealtem Schmerz und vom Widerstand gegen die Elemente. An manchen Stellen lichtete sich der Nebel. Dann wurde im Tal die Klosterstadt sichtbar. Der Widerschein der Brände färbte die unteren Dunstschichten purpur und gelb. Über den Ruinen formten Scheinwerfer ein von Rauchwolken umgrenztes Zelt, in dessen Kern das rote Riesenherz pochte. Das Erz würde drei Tage und drei Nächte glühen, ohne seine Form zu verlieren, bevor das Feuer abkühlte. Ein wirres Klagen erscholl seltsam gedämpft aus der rauchenden Stadt - nicht wie aus tausend schreienden Kehlen, vielmehr klang es, als seufze eine einzige Stimme halb erstickt in Todesqualen. Der Junge hörte sie kaum. Unten am Berghang vernahm er andere Stimmen, heiser vor Anstrengung und schwer vom Schnaps, und dazu das Geräusch stapfender Stiefel auf dem knirschenden Nadelteppich. Sie waren zu dritt. Der Befehlshaber sprach gerade so laut, daß seine Stimme am Berg zu hören war. Er lachte dazu. Irgendwann peitschte ein Schuß, viel zu weit daneben, wie es dem Jungen schien. Er duckte sich kurz hinter einen Felsen; er wollte nicht, daß sie seine Spur verloren. Er legte