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1. KAPITELEin Klopfen an der Tür ließ Jessica Bradford aufschrecken. Unmöglich, dachte sie, das kann nicht Max Torba sein. So schnell läßt sich die Strecke von London nach Oxford nicht bewältigen. Er hat zwar gesagt, er wäre gleich da, aber wir haben doch eben erst miteinander telefoniert. Es war ein kurzes Gespräch, Max hatte Jessica nicht einmal die Chance gegeben, ihm zu sagen, daß sie ihn nicht sehen wollte.Jessica öffnete zögernd die Tür. Tatsächlich stand Max Torba davor. Er war sehr groß und breitschultrig, hatte dichtes, schwarz-gelocktes Haar und einen dunklen Teint. Jessica erinnerte sich gut an Max Torba. Die Stirnfalten hatten sich vertieft, ebenso die Furchen von der Nase zum Mund. Doch der sinnliche Schwung seiner Lippen war unverändert.Seit acht Jahren hatte sie Max Torba nicht mehr gesehen, obwohl er regelmäßig im Fernsehen war. Jessica mied seine Sendungen.Auch sie hatte sich kaum verändert. Sie war noch immer groß und schlank und fast eine Schönheit mit ihrem feingeschnittenen Gesicht und den hohen Wangenknochen. Ihr hellbraunes Haar war damals lang gewesen. Jetzt trug sie es kurz, und durch die Sonne hatte es helle Strähnen bekommen. Ihre Augen, wunderschöne hellgraue Augen, hatten einen gehetzten Ausdruck.Jessica brachte kein Wort hervor. Max Torba betrachtete sie einen Moment prüfend, dann blickte er an ihr vorbei in die Wohnung. Mein Gott." Max schien gleichermaßen erschüttert wie fassungslos zu sein.Jessica trat zur Seite, um Max vorbeizulassen. Er ging ins Zimmer und sah sich kurz um.Das war Andreas' Wohnung, nicht wahr?" fragte sie.Die Vorhänge am Fenster, die Ledersessel, der dunkelrote indische Teppich, die Bücherregale alles war mit Staub bedeckt. Grauen hatte Jessica erfaßt, als sie die Wohnungstür aufgeschlos-