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1. Jovian, Valentinian und Valens
Jovians Erhebung bedeutete das Ende der Julianisdien Religionspolitik. Der neue Kaiser war Christ. Schon Mitte September 363 wurde angeordnet, daß „nur der höchste Gott und Christus verehrt werden und die Völker sich in den Kirchen zum Gottesdienst versammeln sollten". Die alten Rechtsverhältnisse, Einkünfte und Privilegien der Kirchen und Kleriker wurden wiederhergestellt und die heidnischen Opfer untersagt: in Korfu ist noch ein Tempelchen erhalten, dessen Umwandlung in eine Kirche dem Jovian zugeschrieben wird^. Nach einiger Zeit aber wurde Toleranz verkündet und der Tempelkult freigegeben, soweit er nicht mit Zauberei und Schwindel verbunden war: The-mistius lobt die neu geschenkte Freiheit, auf mehr als einem Wege zu Gott zu kommen. Natürlich wurde auch das Unterrichtsverbot für Christen aufgehoben^.
Aber zugleich mit dieser Wiederanerkennung des Christentums durch den Staat tauchte auch die Frage von neuem auf, welche seiner Organisationen die rechte sei. Die alten Parteien der vorjulianischen Zeit wurden wieder sichtbar und bemühten sich um die Wette, die Anerkennung des neuen Herrn zu gewinnen. Noch in Edessa bekam er den ersten Besuch arianisierender Bischöfe, die ihn gegen Athanasius einzunehmen wünschten. Doch dieser war auf der Hut und machte ihm gleich danach in Baalbek seine Aufwartung. Und als der Kaiser nach Antiochia kam, mußte er eine Deputation der alexandrinischen Opposition anhören, die sich zu mehreren Malen leidenschaftlich gegen die Wiedereinsetzung des Athanasius in sein Bistum wehrte. Wir haben eine ergötzliche Aufzeichung über diese Audienzen unter
^ hist. aceph. 12 p. 76 Fromen. Sozom. 6, 3, 3—4 Soor. 3, 24, 5 Kaibel Epigr. graeca n. 1060.
Themistius or. 5 p. 80—83 Dindorf. Cod. Theod. 13, 3, 6 vgl. Bd. 3, 276 f.
1 Lietzmann, Gesch. d. Alten Kirdie 4.