Bővebb ismertető
Sehr geehrte Damen und Herren! Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) feiert heuer seinen 34. Geburtstag. Dies ist kein rundes Jubiláum, regt aber zu einer Zahlenspielerei an. Rechnet man namlich vom Gründungsjahr 1963 die gleiche zeitliche Distanz zurück, so kommt man in das Jahr 1929, das wohl letzte Jahr, in dem die Demokratien der Zwischenkriegszeit eine Chance gehabt habén. Damals waren der Terror und die Gewalt der Folgejahre noch undenkbar, obwohl die Zeichen an der Wand standén, und die Wirtschaft durchlief gerade eine kurze Konjunktur, die allerdings im selben Jahr durch den Schwarzen Freitag dramatisch beendet wurde. Das Heer an Arbeitslosen, die Hoffhungslosigkeit und das Wegbrechen sozialer Netze fiihrten zu Ausgrenzungen, Feindbildern, zur Sündenbocksuche und einer Verschárftmg der politischen Auseinandersetzungen. In diesem Klima konnte der Nationalsozialismus gedeihen und für anderthalb Jahrzehnte als bestimmende politische Kraft seine Schreckensherrschaft vorbereiten, aufbauen und schlieíilich mit ganzer Brutalitat in die Tat umsetzen. Die 34 Jahre zwischen 1929 und 1963 sahen die letzten Jahre der Ersten Republik, die Ausschaltung des Parlaments, den österreichischen Bürgerkrieg, den austrofaschistischen Stándestaat, den "Anschlufl" an das Dritte Reich, die nationalsozialistische Herrschaft mit Weltkrieg und Holocaust, das Kriegsende und das Wiedererstehen Österreichs, die Besatzungsmachte, den Staatsvertrag, das Wirtschaftswunder der Zweiten Republik. Daneben nimmt sich die Zeitspanne, in der das DÖW die wissenschaftliche Landschaft unseres Staates mitprágt, nachgerade statisch aus. Aber die Tatsache, dafi keine entscheidenden historischen Bruchlinien diesen Zeitraum durchziehen, ist nur die eine Seite der Betrachtung. Wer den Versuch unternimmt, auch kontinuierliche Entwicklungen in ihrem Veránderungscharakter zu interpretieren, der kann sehen, welche Dynamik auch diese Jahre prágte und in welchem AusmaB das DÖW dazu beigetragen hat, die Wissenschaftslandschaft zu verándern und den politischen Diskurs in unserem Lande eine bestimmte Richtung zu geben. Ich selbst kenne das DÖW noch aus der Gründerzeit. Mit einiger Rührung blicke ich des öfteren auf ein Photo, das im Jahrbuch 1993 erschienen ist und mich als Dissertanten, gemeinsam mit Willi Holzer, im Benutzerraum zeigt, der gerade von Kardinal König besucht wird, den der damalige DÖW-Prásident Bruno Marék, Vorstandsmitglied Ludwig Soswinski und der Wissenschaftliche Leiter Herbert Steiner begleiten. Es datierte in das Jahr 1971, aber damals waren Willi Holzer und