Bővebb ismertető
LAUDATIO Allé sind wir seine Schüler gewesen, allé, die wir in Ungarn in den letzten drei|3ig Jahren Phi losophiegeschichte studiert habén; und nichts, was wir von ihm gelernt habén, ist inzwischen veraltet, mu0te inzwischen in Frage gestellt werden. Was Gyula Munkácsy vor allém lehrte und lehrt, ist freilich die Leidenschaft: die Leidenschaft für die Philosophie und ihre Geschichte, die Leidenschaft der Interpretation, der Begriffsanalyse. Zweitens ist es eine Vision, die er uns vermittelte: die Vision der Philosophie als gebrochenes Systemdenken, als begriffliche Synthese und begriffliche Konsequenz alsó, welche aber niemals vollstándig sein kann, und gerade entlang seiner Bruchlinien den immer neuen Durchbruch zeigt, den Einbruch der gegenwártig-geschichtlichen Wirklichkeit in die Welt der überliefert-überzeitlichen Begriffe. Und drittens brachte er uns eine Methode bei, eine entsprechend vielseitige Methode, die zunáchst eine immanent-semantisehe Analyse ist, das Kohárente innerhalb eines jeden Systems suchend, dann aber die Spannungen aufdeckt, an denen allé Kohárenz zugrundegeht, und schlie|31ich die Quellen jener Spannungen nachgehend in eine external-soziologisierende Untersuchung umschlágt. Die Wirkung Munkácsys konnte dadurch eine so tiefgreifende und nachhaltige werden, weil seine theoretische Hingabe dem Ganzén gilt,der Philosophiegeschichte als etwas Vielschichtiges und Umfassendes, dem Leben des Geistes in seiner ganzen Mannigfaltigkeit. Gyula Munkácsy ist sechzig geworden. Ich wünsche ihm, dem verehrten Lehrer und Kollegen, gute Gesundheit und ungebrochene Arbeitskraft für die kommenden Jahrzehnte. Budapest, im Jánner 1989