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Erster Akt
Zimmer in der Burg von Siklos.
Düster, bedrückend, mangelhaft möbliert.
Sigismund, Anfang Vierzig, sehr gut gewachsen, jetzt etwas vernachlässigt, sitzt;
Hunyadi, jung, unbändig, steht vor ihm.
SIGISMUND: So war es also. Gerauft hast du, junger Freund, gerauft.
HUNYADI: Nein, Herr, gerauft habe ich nicht.
SIGISMUND: Der Kastellan sagt mir, du seist mit gezücktem Degen auf seine Edelknaben losgegangen.
HUNYADI: Das habe ich getan, Herr.
SIGISMUND: Hast du getan. Und nun ließ dir der Kastellan den Degen wegnehmen.
HUNYADI einfach: Dafür werde ich ihn mit bloßen Händen erwürgen.
SIGISMUND: Tut nichts dergleichen, Graf Hunyadi. Man würde Euch deswegen einen Kopf kürzer machen.
HUNYADI: Ich verteidigte Eure Ehre, mein König, und die meine mit.
SIGISMUND: Ehre, Hunyadi? Ich, dein berühmter König, bin zur Zeit ein Gefangener meiner Untertanen.
HUNYADI: Ist ein gefangener König kein König?
SIGISMUND: Wenn eine Hure ihren Nachthafen über dem Kopfe des Königs leert, ist auch die heilige Krone St. Stephans beschissen.
HUNYADI ist entsetzt.
SIGISMUND: Jetzt bist du sprachlos.
HUNYADI wild: Ein König ist ein König und ein Graf ist ein Graf.
SIGISMUND: Du kannst die Dinge nehmen, wie sie sind, oder du kannst sie nehmen, wie sie heißen. Die alles nehmen, wie es ist, die sind in meinen Augen Menschen. Die alles nehmen, wie es heißt, die kann ich nicht anders schätzen als Gegenstände.