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EINLEITUNG
Wohin sich der Besucher in Ungarn auch wenden mag, überall empfängt ihn ein ausserordentlich abwechslungsreiches Landschaftsbild, eine anders geartete, neue Aspekte erschliessen-de Gegend. Immerhin überwiegen neben dem zum Grossteil spiegelglatten Flachland der Grossen Ungarischen Tiefebene im östlichen Landesteil die sanft gewellten, anmutigen Hügelketten und dichtbewaldeten Mittelgebirge der übrigen Landesteile. Das vorliegende Heft will den Leser in jene Gegend Ungarns geleiten, wo Gebirge und Flachland zusammentreffen und sich zu einer kontrastreichen, dennoch harmonischen, ungemein anziehenden Einheit verbinden. Jeder der beiden, für Ungarn so bezeichnenden Landschaftstypen zeigt sich hier von seiner vorteilhaftesten Seite, wie rivalisierende Frauen, die sich bei ihrer Begegnung gegenseitig überbieten möchten. Doch wollen wir unseren Lesern in den folgenden Kapiteln weniger die an Schönheit und Reizen reiche Gegend vor Augen führen, als vielmehr die Stadt Eger, das Juwel, dem diese harmonisch abwechslungsreiche Umgebung bloss die würdige Fassung bietet.
Unter den schmucken Provinzstädten Ungarns gebührt Eger eine Sonderstellung nicht bloss wegen seiner besonders schönen Lage, sondern in höherem Masse noch dank seiner historischen Burg und der auffallend grossen Zahl seiner alten, künstlerisch wertvollen Häuser, Kirchen und Paläste. Bevor wir jedoch zur Besichtigung der Stadt und Burg schritten, wollen wir im folgenden noch einen kurzen Überblick über die bereits erwähnte, für Eger überaus bezeichnende geographische Lage vermitteln.
Wo der Bach Eger aus der tief ins Bükk Gebirge geschnittenen Schlucht austritt, um in vielgewundenem Lauf die sanften Hügel zu durcheilen, die der südlichen Tiefebene zu abfallen, liegt eines der schönsten Barockstädtchen Ungarns, das noch jeden bezaubert hat, der ihm einige Tage oder sei es auch nur wenige Stunden aufmerksamer Betrachtung gewidmet hat.
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