Bővebb ismertető
Teil I.
Grundlagen und Grundbegriffe der Max well sehen Elektrodynamik.
§ 1. Historischer Rückblick, Fern- und Feldwirkung.
Den Umschwung der Anschauungen, welchen die Faraday-MaxwELL-sche Theorie mit sich gebracht hat, kann ich Ihnen am besten vor Augen führen, wenn ich von meiner Studienzeit 1887—1891 erzähle.
Meine Heimatstadt Königsberg war die früheste Pflanzstätte der mathematischen Physik in Deutschland, dank der Wirksamkeit des ehrwürdigen Franz Neumann, 1798—1894. Er lehrte an der Königsberger Universität neben Kristallographie die damals in Deutschland sonst noch nicht vertretene theoretische Physik. Seine Schüler, zu denen als vornehmster der Königsberger Gustav Kirchhopp gehörte, verbreiteten die Lehre des Meisters über die anderen deutschen Hochschulen. Durch das von ihm zusammen mit C. G.J.Jacobi begründete mathematisch-physikalische Seminar sorgte er dafür, daß auch die ostpreußischen Mittelschullehrer besonders gut vorgebildet wurden. Damit dürfte es zusammenhängen, daß das von mir besuchte altstädtische Gymnasium kurz vor meiner Reifeprüfung den Mathematiker Hermann Minkowski und die Physiker Max und Willy Wien entlassen hatte, während gleichzeitig die nur wenig älteren David Hilbert und Eml wiechert andere Königsberger Schulen besuchten. Als Forscher war Neumann besonders erfolgreich in der elastischen Lichttheorie und der KristaU-physik; auf seine mathematische Formulierung der von Faraday entdeckten Induktionsströme werden wir in § 15 eingehen. Gleichzeitig mit Neumann und Jacobi lehrte in Königsberg, sie fast noch überstrahlend, F. w. Bessel.
Meine Studienzeit fiel in die Jahre der HERTZschen Versuche. Zunächst wurde uns aber die Elektrodynamik alten Stiles vorgetragen, neben Coulomb und Biot-Savart das AMPEREsche Gesetz der Wirkung zweier Stromelemente aufeinander und seine Konkurrenten, die Gesetze von Grassmann, Gauss, Riemann, Clausius, und als Krönung derselben das Gesetz
1 Sommerfeld, Vorlesungen über theoretische Physik. Bd. III, 2. Aufl.