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Trinitatis (14. 6. 87)Jesaja 6,1-13Gott ist anders, als wir denken. Das muß Jesaja erkennen, als Gott ihn in seinen Dienst ruft. Er bezeugt:(Lesung Jesaja 6,113)Liebe Gemeinde!Über Gott reden auch heute noch viele Menschen. Sie tun das oft sogar ohne Hemmungen. Freilich kommt dabei auch dummes Zeug heraus. Mit Gott reden wenige. Oder gehören Sie zu den fleißigen und treuen Betern? Dann sind Sie schon eine Ausnahme. Für Gott redet kaum einer. Denn das würde bedeuten: öffentlich den eigenen Glauben bekennen, sich womöglich ausfragen, auslachen und festnageln zu lassen. Wer macht das schon gern? Da müßten wir nämlich unsere persönlichen Gotteserfahrungen preisgeben! Und wie ist es damit bei uns bestellt?Unser Predigttext berichtet von den Gotteserfahrungen des Jesaja: Gott ist anders, als wir denken!1. Gott ist der UnwirklicheDer Prophet beginnt mit einem Traumbild. Er beschreibt etwas, was nach unseren menschlichen Vorstellungen und Erfahrungen gar nicht so sein kann. Er beschreibt gemessen an unseren bisherigen Erlebnissen Unwirkliches. Jesaja hat Engel gesehen! Auch noch solche mit sechs Flügeln! Und nicht nur einen Engel, sondern viele!Der eine sieht Engel mit sechs Flügeln. Der andere hat das Gefühl, von einer unsichtbaren Hand gehalten zu werden. Der dritte berichtet von einer Stimme, die ihn gerufen und so einen Weg geführt hat. Für die Betroffenen ist das ein handgreifliches, lebenveränderndes, glaubenbestimmendes Ereignis. Auf die Zuhörer wirkt das wie ein Trickfilm oder ein Krimi oder auch ein Lustspiel: Da will einer heute Gott erlebt haben! Der Betroffene erlebt Gott in einer unbeschreiblichen Weise. Ihm bleibt nur die Möglichkeit, seine Erfahrungen in einem Bild auszudrücken. Es gelingt uns nicht mehr, Gott in unsere Vorstellungen zu pressen, in unseren Gedanken unterzubringen, in unsere Worte zu fassen. Gott ist dafür viel zu groß und grenzenlos.