Bővebb ismertető
Seit meinem sechzigsten Jahr hat man mich immer häufiger gefragt, wann ich meine Lebenserinnerungen herausgeben werde. Anfangs ärgerte ich mich über diese Frage. Hielt man mich bereits für so alt? Ich selbst hatte nicht das Gefühl, das Memoirenstadium erreicht zu haben. Meine Verbindungen mit dem Vergangenen waren stets im Bereich des Unbewußten gewesen. Mein bewußtes Sinnen und Trachten ist auf die Gegenwart und die Zukunft gerichtet. Sicher habe ich starke Wurzeln im Vergangenen, aber ich habe immer empfunden, daß sie mich am kräftigsten nährten und stärkten, wenn sie im verborgenen wirken durften. Steht man außerdem im Kampf, wo es am heißesten zugeht, und hat man einen Knirps von anderthalb Jahren, der sich wie ein frisch aufgepumpter Gummiball unter dem Arbeitstisch herumtreibt, so ist man nicht besonders aufgelegt, Rückschau zu halten.
Wußte man nicht ohnehin genug über mich? Ich habe eine beträchtliche Produktion hinter mir, und die Kritik hat immer nachdrücklich behauptet — ohne sich viel um meinen gelegentlichen sanften Einspruch zu kümmern —, daß der Inhalt meiner Bücher, wenn auch etwas umgedichtet, in der Hauptsache autobiographisch sei.
Trotzdem verhält es sich nicht ganz so. In "Wirklichkeit habe ich, und zwar auch dort, wo ich Stoff aus meinem eigenen Leben benutzte, ganz gehörig aufgeschnitten. Idi mußte es einfach tun, um an die Menschen überhaupt heranzukommen. Ich habe oft ladien müssen, wenn mir mein krasser Realismus vorgeworfen wurde. Hätte man nur geahnt, wie die Wirklichkeit aussah! Hätte