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Vorwort
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Das vorliegende Buch will einen Grundkurs Erkenntnistheorie und Hermeneutik bieten. Der Akzent liegt dabei auf dem „doing". Das erklärt auch die fünf Kapitelüberschriften, die Tätigkeiten bezeichnen: Erkennen, Reflektieren, Verstehen, Interpretieren, Urteilen. Erkenntnistheorie und Hermeneutik sind Disziplinen, die gepflegt werden müssen, nicht tote Fächer, deren Geschichte man als abgeschlossene Historie erzählen könnte. Ich will Anregungen geben, wie man Erkenntnistheorie und Hermeneutik betreiben kann. Aus diesem Grund möchte dieses Buch nicht eine Sammlung von abrufbaren Daten liefern, sondern den Blick auf fruchtbare Fragen lenken, die von allen gestellt werden können, Beispiele aufzeigen, die eine Richtung weisen, und damit: zu eigenem Gehen einladen.
Ich habe deswegen in den meisten Fällen auf die üblichen Hinweise verzichtet, die man in einem solchen Grundkurs erwarten könnte. Wann hat Kant gelebt? Was ist die Bedeutung von David Hume für die Erkenntnistheorie? Welche Theorien der Wahrnehmung gibt es? Was besagt eine inferentielle Theorie der Zeugenschaft? Ich will nicht sagen, dass diese Fragen nicht wichtig wären, aber sie sind nicht das, was diese „Einladung zum Betreiben von Erkenntnistheorie und Hermeneutik" im Sinn hatte, zumal es auf dem Markt einige sehr gute Einführungen gibt, die in diese Richtung gehen. Die „Unique Selling Proposition" dieses Büchleins liegt anderswo.
Erstens soll dieses Buch also den Tätigkeitscharakter von Erkenntnistheorie und Hermeneutik betonen und das vor allem durch Beispiele zeigen, die mehr als nur illustrativen Charakter haben. Und zweitens soll dieses Buch auch darauf aufmerksam machen, dass die Fragen, die im Rahmen erkenntnistheoretischer und hermeneutischer Überiegungen gestellt werden, wichtige Fragen sind, Fragen, die auch für unser Zusammenleben eine entscheidende Rolle spielen. Daher finden sich in diesem Buch immer wieder Hinweise auf den Zusammenhang zwischen Erkenntnistheorie und Armutsforschung, zwischen Fragen der Erkenntnis und Fragen der Ethik.
Wenn man Armut als soziale Ausgrenzung versteht und wenn man erkennt, dass soziale Ausgrenzung aufgrund von bestimmten -erkenntnistheoretisch relevanten - Kategorien erfolgt, dann wird der
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