Bővebb ismertető
Lóránd Hegyi
MIMESIS VERSUS PARTIZIPATION - DAS GROSSE THEMA ALS HERAUSFORDERUNG
Bemerkungen zum Ouvre von Ernesto Tatafiore
Verfremdete Narrativität
Vielfältig, souverän, frei und unkonventionell, themenreich, spielerisch historisierend, dekorativ, populär und gleichzeitig klassisch, nach strengen Regeln strukturiert und trotzdem offen und humorvoll ist die Kunst des Neapolitaners Ernesto Tatafiore. Trotz dieser Vielfalt setzt er sich in seinem gesamten Ouvre mit einem großen Thema auseinander: den Revolutionen des modernen Europas.
Das Schicksal der einzelnen Individuen, die ihr Leben und Schaffen der Revolution widmen, wird von dem Versuch bestimmt, neue gesellschaftliche Systeme und neue moralische Werte in die Praxis des realen Lebens umzusetzen, - neue Möglichkeiten einer radikalen und weltgeschichtlich bedeutenden Veränderung durch philsosophische Gedanken, Utopien und intellektuell ausgearbeitete Modelle angeregt -, neue Systeme und Werte, die sich jedoch gleichzeitig an den objektiven historischen Determinationen verbrennen. Tatafiore thematisiert diesen Konflikt zwischen den objektiven historischen Determinationen und den Utopien, die, im Versuch die Determinationen zu bekämpfen, gleich wieder neue Determinationen, neue Spielregeln schaffen.
Tatafiores großes Thema Ist die Herausforderung des Neuen und die moralische und künstlerische Auseinandersetzung mit der Frage der Macht, der Macht, die nur in kurzen historischen Momenten in der Hand eines Individuums liegt; nicht dieses Individuum bestimmt ijber ihre schmerzhafte Vergänglichkeit, sondern die historischen, gesellschaftlichen, politischen und moralischen Notwendigkelten. Diese Gestalten, die im gleichen historischen Moment sowohl die realen Alternativen als auch die - aus der Logik der geschichtlichen
Entwicklung gegebenen - Unmöglichkeiten der Utopien repräsentieren, werden in Tatafiores narrativer Kunst durch Künstler und Musiker, Philosophen und Politiker, Dichter und Erfinder, Entdecker und mythologische Figuren verkörpert. So entsteht eine theaterartige Präsentationsform, die sich in seinen Zeichnungen, Aquarellen, Gemälden, Objekten und Installationen in immer neuen Variationen und thematischen Konstellationen beständig wiederholt.
Obwohl Ernesto Tatafiore mit einer emblematischen reduzierten Darstellungsweise - und der damit verbundenen festen Ikonographie - argumentiert, spielt die metaphorische Teilnahme des Betrachters eine wesentliche Rolle In der Rezeption seiner Kunst. Einerseits versucht er die Hauptmotive seiner Geschichten mit epischer Klarheit und emblematlscher Einfachheit darzustellen und durch die immer neu formulierten Episoden, den bunten Variationen der gleichen Erzählung eine narratlve Lebendigkeit zu erreichen, andererseits lädt er den Betrachter dazu ein, die Geschichten selbst mitzugestalten. Das Mitgestalten involviert eine Analyse des Geschehens, ein Verständnis der Geschichte und den Willen, die gegebene Realität zu verändern. Mitgestalten bedeutet auch ein