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VORWORT ZUR ZWEITEN AUFLAGE
Seitdem im Jahre 1913 die erste Auflage dieses Buches erschienen, hat in Deutschland die Einsicht und die Bedeutung Delacroix' einige Fortschritte gemacht. Die Aktualitäten des 19. Jahrhunderts rücken beiseite, und der Umriß der Gestalt, die sich mit Goethe in den Ruf des Europäers unserer Zeit teilt, wird langsam deutlicher. Die Erschwerung der Verbindung mit Frankreich ist dieser Entwicklung nicht günstig. Paris scheidet für die Erziehung unserer Jugend aus, und unsere Sammlungen können die unbegreiflichen Versäumnisse der Vorkriegszeiterinichtnachholen. Immerhin, während der «Sardanapal» in den Louvre einzog, hat die Dresdener Galerie leihweise eine Reihe von Werken kleinen Formats und großen Inhalts, und die Nationalgalerie in Berlin endgültig die interessante, wenn auch nicht abschließende Fassung eines Hauptwerkes gewonnen.
Die Delacroix-Literatur erfuhr eine wesentliche Bereicherung. 1916 ist in Paris das große zweibändige Werk von Moreau-Nelanton, «Delacroix raconté par lui-meme» erschienen mit zum Teil neuen oder wenig bekannten Dokumenten. In Deutschland hat die Marées-Gesellschaft in den Mappen «Gericault und Delacroix» und «Cézanne und seine Ahnen» sorgfältige Faksimiles nach Aquarellen und Zeichnungen des Meisters herausgegeben. Wilhelm Stein hat die Briefe ins Deutsche übersetzt. Die vorliegende Ausgabe stimmt im wesentlichen mit der ersten überein.
B e r 1 i n, im Sommer 1922 DerVerfasser