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ISepp Trautweins Tag beginntAlser aber vorsichtig Papier und Bleistift aus der Schublade kramte, um sich das Motiv aufzuschreiben, das ihm eingefallen war, fegte er ein Buch von dem gebrechlichen, überladenen Schreibtisch. Kreuztürken, jetzt ist Anna bestimmt aufgewacht. Da kommt schon ihre Stimme aus dem Bett: Wie spät ist es denn?"Sechs Uhr siebenundzwanzig", meldet er reumütig und korrekt. Anna indes zeigt keinen Unmut, daß er sie so früh geweckt hat. Sie konstatiert nur sachlich, einschlafen werde sie doch kaum wieder, es sei wohl am besten, sie frühstückten mit dem Jungen zusammen.Josef Trautwein also schreibt, leise zwischen den Zähnen vor sich hin pfeifend, schnell, nicht unvergnügt, seine paar Takte auf. Dann geht er zurück ins Bett. Schön ist er nicht, wie er sich so durchs Zimmer tappt; sein knochiges Gesicht mit den tiefliegenden Augen unter den starken, schon ergrauten Brauen ist schmutzig überstoppelt, das eine Bein seines Schlafanzugs ist hochgerutscht und läßt die dünne, schwärzlichgrau behaarte Wade sehen. Allein so deutlich Anna die Schäbigkeit des tristen Hotelzimmers und seiner Einrichtung erkennt, so wenig nimmt sie wahr, daß Josef Trautwein, ihr Sepp, hier in Paris, im elenden Leben der Emigration, nicht mehr der stattliche Mann ist wie in München, wo ihm alle Sympathien zugeflogen waren. Für Anna hat er sich nicht verändert. Für sie ist er heute, der abgedankte Musikprofessor mit seinen Sechsundvierzig, immer noch so strahlend jung wie damals, als er ihr zuerst begegnete, schön, männlich, voll Kraft und Humor und jedes Erfolges gewiß. Eigentlich ist sie froh, daß seine Ungeschicklichkeit sie aufgeweckt hat; so hat sie ihn eine halbe Stunde9