Bővebb ismertető
DER EXPRESSIONISMUS Wenn wir das „Er-fahren" und das „Be-greifen" als unmittelbar bildliche Bezeichnungen nehmen, dann kennzeichnen wir mit diesen Tiitigkeiten ein Bemühen der Menschheit, den Bau der Welt objektív zu erfassen. Dieses Bemiihen scheint nicht immer gleich intensiv zu sein. Es verlangt vom Menschen vorerst Demut, die darin besteht, dafi er seine Existenz als Teil der Natúr einordnet, dafí er sein Denken und Fiihlen nicht überwertet. Die Naturwissenschafteri besitzen diese Demut. Ihre grofle Zeit begann in der Geisteshaltung der werdenden Neuzeit, als sich die Menschen hier auf der Erde háuslicher einrichteten, als diese ,,Durchgangsstation" - wie sie ausschliefilich religiöse Sicht nannte - an Wert gewann. Das sehnsuchtsvolle forschende Ringen um die himmlische Heimat fand ein Gegenstück im hingebungsvollen Erkenntnisdrang, der die Natúr und ihre Gesetze erfahren und begreifen wollte. Dieses Erforschen fiihrte von Erfolg zu Erfolg. Ein berechtigter Optimismus erhielt seine Grundlagen: schrittweises Vordringen wird die Geheimnisse der Natúr entschleiern, das menschliche Wissen wird sich die Welt untertan machen. Daraus ívuchs neben wissenschaftlicher Demut der Stolz der fortschreitenden Entdeckung und ihrer praktischen Anwendungen. Der Maierei falit in dieser Entwicklung die Aufgabe zu, auf ihre Art der objektíven Realitat möglichst nahezukommen. Die Freude an der Dinglichkeit können wir auf den Bildem der Niederlander des 15. Jahrhunderts, die noch durchaus religiöse Stoffe schildern, beobachten; aus ihr kommt das realistische Bemühen der Weltfreude Ostades, Hobbemas, Ruisdaels, des Vermeer van Delft, Snyders und Jordaetis - um nur weithin bekannte Namen zu nennen. Raumsehen der Perspektive ist in der Frührenaissance schon der Beitrag Italiens zur Eroberung der Realitat. Diese Eroberung können wir heraufführen bis zu Waldmiiller und Meiizel, zur wunderbaren Kunst der Impressionisten. Stofflich ist in dieser Entwicklungsreihe natürlich die Alleinherrschaft des Historienbildes entthront; in der konsequenten Theorie des Impressionistnus, die den unmittelbar sichtbaren Augenblick erhaschen will, kann für das Historienbild religiöser oder weltlicher Art kein Platz sein. Das Landschaftsbild nirnmt breitesten und schönsten Raum ein. Immer aber wehrt sich die Kunst gegen Verengung; sie duldet nicht gerne