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WIE DER RABE AUF EINEN SCHMEICHLER HEREINFIEL
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in Rabe hatte einen Käse gestohlen. J Er setzte sich auf einen hohen Baum und wollte ihn verzehren.
Da hef der Fuchs herzu und begrüßte ihn schmeichelnd:
„Oh, Meister Rabe", sagte er, „wie schön du doch bist! Wie edel ist deine Gestalt, und wie glänzt dein Gefieder so seidig.
Ein Goldfasan könnte nicht prächtiger sein." Verdutzt sah der Rabe vom Baume herab, denn noch keiner hatte ihm solches gesagt, „Zum Könige über alle Vögel sollte man dich krönen, wenn du mir mit deiner zarten Stimme ein Lied vorsingen würdest"
Außer sich vor Stolz und Eitelkeit hob der Rabe den Kopf, um seinen Gesang hören zu lassen. Weit riß er den Schnabel auf — doch, o Schreck, da entfiel ihm der Käse.
Schnell schnappte der Fuchs danach und verschlang gierig den guten Bissen.
Dann grinste er höhnisch nach oben und lachte:
„Ja, ja, mein Bester, so geschieht es!
Wer auf Schmeichler hört, muß stets die Kosten tragen."
Verärgert stierte der Rabe nach unten und schwor,
daß ihm so etwas nie wieder passiere.