Bővebb ismertető
Die Glasmalerei gehört zu den Kunstzweigen, die oft verkannt oder mißverstanden werden. Dem flüchtigen Betrachter erscheinen die farbigen Fensterflächen oft nur als verwirrend buntes Mosaik, das vom geheimnisvollen Licht durchdrungen wird. Erst dem wirklich Schauenden offenbaren die Glasbilder ihre ganze Schönheit. Aus der Fülle der bunten Formen treten dann die feinsten Einzelheiten der Gestaltung hervor und schließen sich zu einem sinnvollen Ganzen zusammen. Das Licht spielt dabei eine besondere Rolle. Es durchdringt das Glas, wird gebrochen und nicht reflektiert, wie beim festen Malgrund eines Tafel- oder Wandbildes. Schon dies allein verschafft der Glasmalerei gegenüber allen anderen Gattungen der bildenden Kunst eine Sonderstellung. Kein Wunder, daß eine zu manigfachen Wirkungen fähige Erscheinung wie das Licht in der Geschichte der Menschheit immer wieder mit Schönheit, Offenbarung und Gott gleichgesetzt wurde. Sie war deshalb auch oft Ausgangspunkt philosophischer und religiöser Lehren. Dionysius Areopagita, ein syrischer Mystiker des 5. Jahrhunderts oder Siccardus, ein Theologe aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, sind eng damit verbundene Namen. Die Schriften des erstgenannten haben den französischen Staatsmann, Geschichtsschreiber und Abt des Klosters St. Denis Suger - er lebte von etwa 1080 bis 1151 - angeregt, die Fenster seiner Abteikirche mit farbigen Glasbildern auszustatten. Dem mittelalterlichen Menschen verhalfen solche gläsernen Bildwände aber nicht nur zu einem mystischen Erlebnis, sondern auch zur geistigen Belehrung. Meistens ergänzten sie das ikonographische Programm eines Bauwerkes. Daneben aber darf die praktische Bedeutung der farbigen Glasflächen nicht vergessen werden: Sie leiten das geläuterte Licht in den Innenraum und schließen diesen vor der Außenwelt schützend ab. Die ältesten Fragmente figürlicher Glasmalerei haben sich diesseits der Alpen aus der Frühromanik erhalten. Sie weisen in hoher Vollendung alle Merkmale auf, die ein Glasbild auszeichnen. Wir müssen daher annehmen, daß zu dieser Zeit die Technik bereits vollkommen ausgebildet war. Tatsächlich hat sie sich in den folgenden Jahrhunderten kaum wesentlich verändert. Es gehört zu den Merkwürdigkeiten der Glasmalkunst, daß sogar heute noch die gleichen technischen Grundregeln gelten. Schon der Benediktinermönch Rogerus von Helmershausen, auch Presbyter Theophilus genannt, gibt nach 1100 in seinem kunsttechnischen Lehrbuch, der Schedula diversarum artium, genaue Anweisungen zur Herstellung einer Glasmalerei. Demzufolge werden nach den Angaben des Bleirisses, das ist eine Vorzeichnung, die verschiedenen Farbgläser mit der Zange zurechtgekröselt oder mit dem Glaserdiamanten ausgeschnitten. Der Diamant als Schneidemittel für Glas kam allerdings erst im Laufe des 16. Jahrhunderts in Gebrauch. Das Glas selbst kann entweder durchgehend gefärbt sein oder mit Farbüberfängen versehen werden. Für die Ausführung der Binnenzeichnung und Schattierung dient das sogenannte Schwarzlot. Das ist ein leicht schmelzbarer Glasfluß, der mit Farbsubstanzen vermischt wird. Der Name ist im Grunde irreführend, denn nur in der Durchsicht erscheint die Bemalung mit den halbdeckenden Lasuren und den kräftig aufgetragenen Konturstrichen schwarz. Die Lotsubstanz selbst kann bräunlich oder auch grauschwarz aussehen. Um 1300 bereichert das sogenannte Silbergelb die Technik. Es besteht aus feingestoßenem Silberstaub und hinterläßt beim Einbrennen auf dem Grundglas eine transparent bleibende gelbe Färbung. Nach der künstlerischen Behandlung des Glases schließt sich noch eine Reihe von handwerklichen Arbeiten an. Durch das Brennen der Gläser wird das Lot bei einer Temperatur von etwa 650°C fest mit der Glasoberfläche verbunden. Die einzelnen Glasstücke bekommen