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KURZER GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK
Die Ursprünge der Stadt verlieren sich im Dunkel der Zeiten. Wahrscheinlich wohnten
hier die Etrusker, aber erst durch die Römer, die sich ungefähr hundert Jahre vor Christi
Geburt hier ansiedelten, bekam der Ort Stadtcharakter; wie viele andere römische Sied-
lungen lag die Stadt an einem Flußlauf, im fruchtbaren Arno-Tal, mit günstigen Vorausset-
zungen für Landwirtschaft und Handel. Der Name dieser lateinischen « urbs » lautete
« Florentia » - um ihr blühendes Wachstum zu bezeugen.
Zwei große Verkehrsadern, der « cardo » und der « decumanus », die von den römischen
Kolonisatoren durch die Flußebene gezogen wurden, schufen, sich kreuzend, die vier Stadt-
teile; dieses war die sogenannte «urbs quadrata», und um diesen alten Stadtkern gruppierte
sich dann im Mittelalter und danach die Stadt.
In römischer Zeit hatte Florenz Tempel, Thermen, ein Amphitheater und ein Kapitol (woran
noch heute einige Straßennamen erinnern). Mit dem Anbruch des Christentums entstanden
Sakralbauten wie San Lorenzo, Santa Reparata, Santa Felicita usw.
Mehrmals wurde die Stadt durch Einfälle von Barbaren zerstört und durchlebte finstere
Zeiten; zur Zeit Karls des Großen (Bau der ersten Stadtmauern) und bis zum Ende des 11.
Jahrhunderts, als Florenz freier Stadtstaat wurde, regierten hier die verschiedensten Feudal-
herren, Grafen, Barone usw. (Zweiter Mauerring 1073).
Ein bemerkenswerter Aufstieg der Stadt begann nach dem Jahre 1000 (Bau des Baptiste-
riums, von San Miniato al Monte, S. Apostoli, S. Stefano usw.).
Im 12. u. 13. Jhdt. trieb die schätzungsweise 60.000 Einwohner zählende Stadt (London
zählte zu jener Zeit weniger als die Hälfte Bewohner) vor allem Handel mit den Mittel-
meerhäfen. Zwei Industriezweige, die Woll- und die Seidenherstellung, ermöglichten einen
großen wirtschaftlichen Aufschwung. Über Pisa, den Hafen von Florenz, wurden die
Rohseide aus Asien und die Wolle aus England eingeführt, und vermittels einer geheim-
gehaltenen Technik gelang es den Florentiner Tuchfärbern, den Stoffen die schönsten und
ausgefallensten Farben zu geben.
Im Jahre 1252 wurde der berühmte « fiorino » geprägt, ein Goldstück mit einer Blume darauf,
genauer gesagt, dem Symbol der Stadt, einer Lilie. Auf der Rückseite war das Bild des
Schutzpatrons der Stadt, Johannes des Täufers. Eine harte Währung (der Florin war aus
24karätigen Gold), die reichen Bankiers und Kaufleute, die Woll- und Seidenerzeugung
erklären die große Bautätigkeit im 13. u. 14. Jahrhundert.