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Prolog
Still rieselten die gelben Blätter von den Birken und Ulmen in den Waldstreifen, die satt honigrot gefärbten Ahorne längs der Straße rauschten leise, über dem grauen Schotter stand groß und weiß die Sonne. Ihre kaum wärmenden Strahlen erhellten einen fast schon kahlen Garten. Es duftete nach Äpfeln, vom Schatten der Heckenzäune und der Scheunen her wehte der Geruch modernden Laubes. Gegen Mittag, als nichts mehr die Sonne verdeckte, breitete sich eine Art behagliche Schwermut über die Felder, genau wie zu Hause um diese Zeit.
Maryte blieb stehen und wischte den Altweibersommer ab, der sich ihr auf die Stirn legte und die Augen verklebte; wie ein Seidenfaden wickelte sich' das zarte Gespinst um ihre Hand. Auch in ihrer Heimat wurden jetzt die Kartoffeln gerodet, spärlich lagen sie dort in den Furchen, hier dagegen warteten überall auf Hügeln und in Niederungen Fuhrwerke, die Pferde ausgespannt; wie graue Findlingssteine stapelten sich die Säcke, gemächlich, doch stetig gruben die über den aufgepflügten Acker gebeugten Menschen in der Erde. (Die Letten verstehen ihre Sache!) Diesen Tribut an Hochachtung und Neid hatte sie sich schon vorher zurechtgelegt, genau wie die rührselige Geschichte über sich selbst: eine Waise, die ihre Tante sucht.
Das Spinngewebe war naß vom Schweiß. Maryte säuberte sich fast bedauernd mit den Fingern von dem kleb-
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