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ERSTER TEIL
Am Vormittag des elften Novembers 1937, Schlag elf, zog ein wohlmeinender Störenfried seine Taschenuhr und verkündete mit lauter Stimme die Stunde. Worauf sämtliche Insassen des Speisewagens sich genötigt sahen, ihre Drinks und Zeitungen beiseite zu schieben und zwei Minuten Schweigen zu waJhren, die sie ziemlich verlegen damit verbrachten, einer den anderen anzustarren oder Blicke aus dem Fenster zu werfen. Das bedeutete keineswegs eiaen Mangel an Andacht; sondern lediglich, daß uns allen die Regeln des korrekten Benehmens in einem schnell fahrenden Zug unbekannt waren, und wir uns darum am liebsten gar nicht „benommen" hätten. Jedenfalls verfiel ich erst während dieser unbehaglichen Zeitspanne darauf, mein Gegenüber zu betrachten. Das war ein dunkelhaariger, schmächtiger, außerordentlich gut aussehender Mann, er mochte Anfang oder Mitte vierzig sein. Seine selbstverständliche Vornehmheit stimmte mit seiner geschmackvollen, aber schHchten, in nichts hervortretenden Kleidung überein. Es war mir unmöglich zu erraten, ob er aus der dritten oder aus der ersten Klasse in den Speisewagen gekommen war. Tausende von Engländern sehen so aus. Ihre unauffällige Korrektheit wirkt fast wie ein bewußtes Versteckspiel.
Während er aus dem Fenster sah, trat ein jäher Wechsel im Ausdruck seiner Augen ein: vom gleichgültigen Schweifenlassen des BHcks zum plötzlichen Hinstarren, Aufglänzen, fest ins Auge Fassen, wie wenn jemand in einer wimmelnden Menge eine bekannte Person zu erken-