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Atme in mir, Du Heiliger Geist. . .Gott hat die Schatze seiner Weisheit und seines Geistes zu allén Zeiten erschlossen; nimmt aber die Bosheit über-hand, so teilt er seine besten Gaben noch reichlicher aus. Diesen Satz schrieb der grófie spanische Mystiker Johan-nes vom Kreuz, der die ungeheure Katastrophe der Glau-bensspaltung Westeuropas im 16. Jahrhundert miterlebte. Durch diese tragischen Ereignisse waren viele Katholiken jener Zeit bestürzt und verzweifelt. Johannes vom Kreuz aber sah tiefer: er kannte die Wege des Gottesgeistes aus eigener Erfahrung und wufite, dafi kein Grund zur Pánik vorlag. Denn Gott schenkt seine Gaben freudig und in grofier Treue; in Zeiten, in denen sich viele diesen Gna-dengaben verschliefien, spendet er die Heilsschátze jenen, die dafür bereit sind, sogar in doppeltem Mafi.Ist dieser Denkspruch nicht auch in unserer nachkonzi-liaren Zeit aktuell? Auch wir stehen erschüttert vor dem Uberhandnehmen des Bősen: denken wir etwa an den zunehmenden Terror, die Ausbreitung der kommunisti-schen Ideen, den krassen Materialismus der Massen, an die zahlreichen Kirchenaustritte und an die bedauerliche Verwirrung oder mutlose Resignation bei nicht wenigen Gliedern der Kirche.Das alles kann beángstigen und láhmen. Und dennoch: Angst und Verzagtheit sind fehl am Platz, denn Gottes Gaben fliefien reichlicher denn je! Wir dürfen nicht blind sein für das viele Gute, das eben jetzt in der Kirche heranwachst. Auch heute erweckt Gott Heilige, auch heute ist der Heilige Geist der wahre Heiligmacher. Seelenfüh-rer können oft nur staunen, wie máchtig Gott in man-chen Herzen wirkt.