Bővebb ismertető
Was man auch gegen solche Sammlungen sagen kann, welche die Autoren zerstückelt mitteilen, sie bringen doch manche gute Wirkung hervor. Sind wir doch nicht immer so gefafit und so geistreich, dafi wir ein ganzes Werk nach seinem Wert in uns aufzunehmen vermöchten. Streichen wir nicht in einem Buche Stellen an, die sich unmittelbar auf uns beziehen? Was Goethe hier, im Dritten Teil von Dichtung und Wabrheit, auf frühere Lektüreeindrücke einer zu seiner Zeit weitverbreiteten und vielgelesenen ShakespeareAnthologie rückblickend, zum Lobé solcher Sammlungen überhaupt anmerkt, könnte, genau besehen, natürlich auch die beste Begründung für dieses Brevier liefern, das Goethe selbst in seinem Sprachgebrauch bewufit ambivalent wohl als >höchst bedenkliches< Vorhaben klassifiziert hátte. Das Unternehmen námlich, den zahllosen historischen (und historisch gewordenen) sowie den zahlreichen verfügbaren Goethe-Anthologien eine weitere hinzuzufügen. Was nicht gerechtfertigt werden mufi, sollte dennoch erláutert werden: die Absicht wird, wie es bei Goethe an anderer Stelle heifit, deshalb eingeleitet, der Inhalt in aller Kürze bevorwortet. Es ist gewifi kein Zufall, dafi die eingangs zitierte Passage, in der Goethe seine Wertschátzung solcher Anthologien (von denen im übrigen nicht wenige in seiner Bibliothek am Frauenplan in Weimar standén) nachdrücklich unterstreicht, sich in jenem grófién autobiographischen Werk findet, mit dem Goethe am Ende des ersten Jahrzehnts nach der Jahrhundertwende beginnt, den eigenen Lebensgang zu rekapitulieren - zu