Bővebb ismertető
D er Altmeister der Erforschung griechischer Religion, Martin P. Nilsson, hat ein Beispiel gegeben, dafl man der wissenschaftlichen Darstellung einer Hochreligion ein Buch folgen lassen darf, das unter weitestgehendem Verzicht auf gelehrten Apparat jedem Leser offensteht, der sich aus dem Bedürfnis nach Orientierung einem bedeutenden Gegenstand zuzuwenden wünscht. Nachdem Nilsson im Rahmen des gelehrten Handbuches der Altertumswissenschaft die Geschichte der griechischen Religion dargestellt hatte (I 1940, 2. Aufl. 1955; II 1950, 2. Aufl. 1961), schenkte er dem Freund der Antiké das von aufien und innen leicht fafiliche Büchlein Griechischer Glaube (1950). Dieses Vorbild erleichterte mir das Wagnis, im Anschlufi an meine 1960 erschienene Agyptische Religion (Band 8 der Reihe Die Religionen der Menschheit) eine Skizze des gleichen Gegenstandes zu beginnen. Im Laufe der Arbeit stellte sich freilich heraus, dafi ich nicht in dem Falle war, eine bereits gegebene Füllé von historisch geordneten Erscheinungen einfach auf ihre wesentlichen Linien zurückführen zu können. Ich selbst hatte mich in der Agyptischen Religion auf das Erfassen der Erscheinungswelt beschránkt und geschichtlichen Ablauf - meines Erachtens das schwierigere Gescháft - einer spáteren Arbeit vorbehalten. Inzwischen war ich aber auch dieser Seite des Gegenstandes náhergetreten und untersuchte den geschichtlichen Wandel der agyptischen Gottheit im Horizont ihrer Verehrer: Die Heraufkunft des transzendenten Gottes in Agypten (Berichte über die Verhandlungen der Sáchsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig 109,2, 1964). So bin ich der Versuchung erlegen, in der vorliegenden Schrift neu zu beginnen und Erscheinungswelt und Geschichte gemeinsam in den Blick zu nehmen. Ich beschreibe die Geschichte Gottes im Herzen der Agypter und stelle dann, nach Erscheinungsformen gruppiert, die Wechselbeziehungen zwischen Gott und Mensch dar. Aber nachdem die Schleusen der Geschichte einmal geöffnet waren, sind auch die einzelnen Erscheinungen davon betroffen worden. Da Vorarbeiten nur allzuoft fehlen, ist das in recht verschiedener Dichte geschehen. Zu Gebot, Leitung, Belehrung, Eingebung, womit Gott auf den Menschen wirkt, kann der historische Betrachter vorláufig nicht viel sagen. Nicht besser steht es mit manchen Formen des Kultus und Aufierungen der Frömmigkeit, die, bemerkenswert eng miteinander verbunden, menschliches Verhalten gegenüber der Wirklichkeit Gottes bekunden. Dagegen verlangten die selbstándigen Bereiche Ethik und Zauber eine geschichtliche Durchdringung, wenn man ihren Platz innerhalb der agyptischen Religion überhaupt bestimmen 7