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H. HEINRICH FAUST UND DIE WIENER WANDTEPPICHEBeitrag zum künstlerischen Arbeitsbetrieb der barocken Gobelin-ManufakturenvonHeinrich HORVÁTH . a. o. Hon. Prof. an der Universität Budapest.Das grosse Ölbild (160 X 96), um welches sich die folgenden Erörterungen drehen, ist im Jahre 1926 aus den Besitze des Baudirektors Beichel in Karlsruhe in das Historische Museum der Stadt Budapest gelangt. Beim Erwerb waren vornehmlich ortsgeschichtliche und topographische Gesichtspunkte massgebend, doch ergab es sich bei einer eingehenderen Untersuchung recht bald, dass das Stück sowohl für die Malerei des XVII. Jahrhunderts, in Sonderheit aber für die Kunstgeschichte der Wiener Gobelins und nicht zuletzt für die ältere Stadtarchitektmr von Buda (Ofen) zu entscheidenden Erkenntnissen führen könne.Das ausgezeichnet erhaltene und mit seiner lichten Farbenskala (grauweis, rosenrot, gelb, hellblau, usw.) überaus lebendig wirkende Bild stellt den Einzug Karls V, von Lothringen in das von den Türken wiedergewonnene Ofen dar. Der siegreiche Heerführer sitzt auf einem etwas schwerfälligen, von den Ziermotiven der Spätrenaissance übersäten Triumphwagen, in welchen vier Paar lebendig und abwechselnd bewegte Schimmel eingespannt sind. Die Pferde werden von geziert schreitenden, halb antik, halb modisch gekleideten Frauengestalten geführt. Die beiden ersten Paare sind gerade im Begriffe, in das am rechten Bildrande stehende Siegestor einzuschwenken Dieses letztere zeigt einfache, etwa dem Titusbogen entsprechende Förmen.