Bővebb ismertető
Die Uhren Afriltas laufen schnellEs besteht kaum Zweifel darüber, daß sich Afrika, gelobter Kontinent der Naturforscher und Jäger, in den letzten beiden Jahrzehnten stärker verändert hat als je zuvor. Nach wenigen Flugstunden schon rollen heute Düsenklipper aus Europa und Übersee auf den Landebahnen Äquatorialafrikas aus. Ein Netz von Schienenwegen durchzieht afrikanische Urlandschaften, trägt den Reisenden und zahlreiche Güter mühelos Tausende Kilometer tief ins Innere des Kontinents, wohin die Entdecker des 19. Jahrhunderts nur in monatelangen IVIärschen in ständigem Kampf gegen Klima, Witterung, tückische Krankheiten, Geländehindernisse und den Widerstand mancher Häuptlinge gelangen konnten. Knapp hundert Jahre brauchte der dunkle Erdteil zu seiner atemberaubenden Entwicklung in die moderne Gegenwart.Die mutigen Wanderer jener Tage schliefen nicht in luxuriösen Hotels mit klimatisierten Räumen, erfrischenden Bädern und gelabt von eiskalten Drinks. Sie ruhten zusammen mit ihren Trägern nachts unter dem weiten Himmel Afrikas, vernahmen in ihren Zelten das dumpfe Grollen der Löwen, das hysterische Kläffen der Schakale, beobachteten den kriechenden Gang der Hyänen im fahlen IVlondlicht der Steppe.Gibt es heute noch Ursprünglichkeit im aufstrebenden Afrika, wo sich Wirtschafts-, Verkehrsstruktur und soziale Verhältnisse von Jahr zu Jahr umwälzend verändern? Längst hat die moderne Medizin zahlreichen Tropenkrankheiten ihren tbdiichen Schrecken genommen. Die Entfernungen sind zusammengeschrumpft. Schon werden in Afrika neue gewaltige Verkehrstrassen durch kaum erschlossene Gebiete gebaut: Die Transsaharapiste, von den Afrikanern Straße des Lebens genannt, die 1800 Kilometer lange Tan-Sam-Bahn und eineTransafrika-Autobahn. 7000 Kilometer soll diese quer durch das dunkle Gewand Zentralafrikas führen und Mombasa am Indischen Ozean mit Lagos am Atlantik verbinden.Kein Zweifel, Afrika ist ein Kontinent mit Zukunft. Seine reichen Bodenschätze sind noch kaum erschlossen, seine riesigen Wasserkräfte kaum genutzt; vor seinen Bewohnern liegt eine Zukunft voller großer Probleme. Schon hat das Tempo der Entwicklung vielerorts den Resten traditionsgebundener Urbevölkerung die Grundlagen ihrer Existenz entzogen. Mit den Urlandschaften verschwindet zugleich eine reiche und reizvolle Fauna, die Wilhelm Bölsche als den !!Hauptrest der großen Säugetierwerdungder Tertiärzeits beschrieb. !!Einst über Europa, Asien, Nord-amerHia in gleicher Fülle verbreitet, geht diese überaus merkwürdige Lebenswelle jetzt auch in ihrem letzten Asyl (Afrika) rapid nieder Die Harmonie ursprünglicher afrikanischer Lebensräume wird in zunehmendem Maße zerstört. Zahlreiche afrikanische Wildarten können sich nicht derfortschreitenden Zivilisation anpassen. Wo fleißige Menschen Felder bestellen und beernten wollen, ist die Konkurrenz des Elefanten unerwünscht. Wo Kinder schutzlos zur nächsten Schule radeln, hat der Löwe keinen Platz. Wo Schornsteine rauchen und Industriebetriebe entstehen, können nicht Nashörner oder Giraffen weiden.Dennoch gehören die wilden Tiere Afrikas zum Hauptanziehungspunkt der Touristen aus allen Erdteilen. In jährlich steigender Zahl reisen sie nach Ostafrika in die letzten Oasen der Großtierwelt unserer Erde. Sie kommen als Foto-Touristen, und sie kommen als Jäger. Sie kommen der Löwen, Elefanten, Zebras, Antilopen -kurz der Millionen afrikanischer Wildtiere wegen, die hier in großartigen Nationalparks und Wildreservaten gesetzlichen Schutz und Hege genießen. Denn die Regierungen der jungen Nationalstaaten haben erkannt, daß die Erhaltung mindestens einiger großer Inseln ursprünglicher Fauna und Flora nicht allein für Afrika notwendig ist, sondern eine kulturhistorische Leistung für die ganze Menschheit bedeutet, die nicht zuletzt auch durch den Tourismus ermöglicht wird. Mit besonderer Sorgfalt, schon beispielgebend auch für einige Länder Europas, behüten die Ostafrikaner die lebenden Schätze Ihrer Heimat. Sie haben heute noch diese Chance und wissen, daß vieles, was jetzt unterlassen wird, morgen bereits nicht mehr gutgemacht werden kann und dann auf immer verloren ist. Denn, die Uhren Afrikas laufen schnell Ein Buch über die Hege afrikanischer Wildnis kann nicht vorbei an der gesellschaftlichen Entwicklung dieses Kontinents, an den historisch gewachsenen Bindungen seiner Menschen zu ihrer Umwelt, an ihrem Selbstverständnis heute und ihren gegenwärtigen und zukünftigen Problemen. Vieles, was den fremden Besucher Ostafrikas seltsam und merkwürdig anmutet, wird vor diesem Hintergrund deutlichere Konturen annehmen. Deshalb wollen wir zunächst einen kurzen Blick auf geologische und klimatische Zusammenhänge werfen, wie sie sich heute darstellen, und auf den historischen Zustand jenerZeit, in der das Wildtiervor allem Ernährungsgrundlage, Ernteschädling oder bedrohlicher Feind und seine Trophäen noch Zahlungsmittel waren.