Bővebb ismertető
EIN DUNKLES KAPITEL Der Romanzero", das Goldene Buch eines Besiegten", wie der in der Matratzengruft" dahinsieehende Heinrich Heine die dritte groBe Sammlung seiner Gedichte genannt hat, die er in vielen schlaflosen Náchten der Jahre 1846 bis 1851 mtihevoll niederschrieb, enthált im zweiten Buch, den Lamentationen", auch das Gedicht ,, Jetzt wohin Der auf dem Krankenlager immer mehr vereinsamende und von weltanschaulichen Widersprüchen bedrángte Dichter quálte sich nach dem Zusammenbruch der revolutionáren Bewegungen der Jahre 1848/49 mit dem pessimistischen Gedanken: So wie es wohl doch schicksalhaft sei im Weltenlauf, daB das Böse über das Gute triumphiere, so könne man vielleicht auch keinen Sieg über die reaktionáren Máchte, keine soziale Gerechtigkeit, keine lichtere Zukunft der Menschheit erhoffem In dieser verzweiflungsvollen Stimmung sah er keinen Lichtstrahl in dem Dunkel, das ihn umgab, und ob er auch nach überallhin Ausschau hielt, kein Land, in dem er leben und freier atmen könnte, und er klagt: Traurig schau' ich in die Höh', Wo viel tausend Sterne nicken - Aber meinen eignen Stern Kann ich nirgends dort erblicken." Wenn aber Heine in seinem Gedicht auch ironisch-bittér meint, daB der besiegte Kámpfer am wenigsten in Deutschland auf etwas anderes als die Kriegsgerichte rechnen könne - obwohl sein dummer FuB" ihn gerade dahin tragen wolle so hatte er sich doch selbst in dieser trüben Stimmung niemals vorzustellen vermocht, daB er in seinem Heimatland mehr als ein Jahrhundert lang von der Reaktion haBvoll verleumdet und sein Werk zuletzt von den Faschisten auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden würde, um seinen Namen in der deutschen Literaturgeschichte auszumerzen und seine Dichtung im BewuBtsein unseres Volkes zu löschen.