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Heinz Trökes [antikvár]
 
LEBEN UND WERK a Leinz Trökes, Jahrgang 1913, gehört zu den Malern, bei denen Intelligenz und Instinkt sich die Waage halten, und bei denen Leben und Kunst dicht beieinander wohnen. Er wechselt gern den Schauplatz seiner Erlebnisse und Taten und weiß ziemlich genau, wann es Zeit ist, einen anderen Ort aufzusuchen, wo er hoffen kann, mit Gewinn zu arbeiten. Er reist jung und unbelastet durch die Länder Europas, ist acht Jahre in Berlin und anschließend zwei Jahre in Paris. 1952 baut er sich auf Ibiza (Balearen) an, aber das hindert ihn...
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LEBEN UND WERK a Leinz Trökes, Jahrgang 1913, gehört zu den Malern, bei denen Intelligenz und Instinkt sich die Waage halten, und bei denen Leben und Kunst dicht beieinander wohnen. Er wechselt gern den Schauplatz seiner Erlebnisse und Taten und weiß ziemlich genau, wann es Zeit ist, einen anderen Ort aufzusuchen, wo er hoffen kann, mit Gewinn zu arbeiten. Er reist jung und unbelastet durch die Länder Europas, ist acht Jahre in Berlin und anschließend zwei Jahre in Paris. 1952 baut er sich auf Ibiza (Balearen) an, aber das hindert ihn nicht, eine Gastrolle an der Kunsthochschule in Hamburg zu geben und 1958 abermals auf Fahrt zu gehen und über Ägypten, Arabien und Indien bis Ceylon vorzustoßen. Wohin er kommt, arbeitet er, ziemlich unabhängig von Umwelt und Klima und trotzdem nicht ohne Beziehung zu ihnen, ungegenständlich und doch mit gelegentlichen Anklängen an die Natur, sehr selbständig und gleichzeitig sich auf dieses und jenes beziehend, was ilin beeindruckt hat. Worum es sich in der Kunst handelt, vermittelte ihm sein Lehrer J. Itten in Krefeld, und wer den großen Pädagogen gekannt hat, kann verstehen, warum Trökes noch heute mit Dankbarkeit von ihm spricht. Seine Methode ließ dem Studierenden jede Wahl, engte ihn nach keiner Seite ein und machte ihn fähig, in bildnerischen Kategorien zu denken. Weder Picasso noch Kandinsky werden Trökes zu Leitbildern, obwohl er im Jahre des Guernica-Bildes in Paris ist und damals Kandinsky wiederholt mit seinen Arbeiten besucht. Er liebt Klee, aber der Berner wird ihm nicht zum Verhängnis, er stößt in Zürich auf Dada und Surrealismus, und hier klingt Gesuchtes und Entbehrtes an, es dringt in den Kriegsjahren tief in ihn ein. Er reagiert die Spannung zwischen der Vernunft und dem Absurden, die diese Zeit charakterisiert, in seinen Bildern ab, aber es ist mehr das Poetische als die Verfremdung von Ding und Umwelt, die ihn be- schäftigt. Das Poetische gehört zu den Grundtrieben des Malers, es hätte zur Gefahr werden können, wenn ihn nicht auf der anderen Seite das Malerische an sich fasziniert hätte. Gefragt, welche Maler ihn auf das stärkste beeindruckten, antwortete er : Braque und Vermeer vanDelft. Das verblüfft, denn wer beriefe sich sonst gerade auf sie. Das Klassische Icann es nicht gewesen sein, denn Trökes ist eher Romantiker. Übernähme man allerdings die Definition von Paul Valéry, klassisch sei, woran die Kritik mitarbeite, dann könnte es stimmen. Die Kritik arbeitet bei Trökes mit, sie bewahrt ihn vor Abwegen, auf die ihn Phantasie und Dichtung hätten drängen können, und sie ermöglicht ihm, exakt zu sein. Als er 1950 bis 1952 in Paris ist, lernt er Wols kennen, er sieht ihn oft und intensiv, aber er bleibt von seinen Arbeiten unberührt; auch PoUock und Dubuffet, Fautrier und Tapies, die Trökes schätzt, sind dem selbstkritischen Maler keine Versuchung. Zum sogenannten Tachismus, als dessen Begründer man gemeinhin die genannten Maler bezeichnet, hat er kein Verhältnis. Er lernt manches auch von ihm, erweitert seine Vorstellungen von dem, was Kunst heute zu sein vermag, aber auch seine Einsichten in Dasein und Sein. Er ist knapp vierzig, als er sich in die Einsamkeit der Insel Ibiza im Mittelmeer zurückzieht, und es sieht so aus, als ob er auch nach längeren Unterbrechungen an diesen Platz zurückkehren würde. Ist es das Licht, sind es die Farben, die ihn fessehiDie graphische Bild-orientation wird kurz vorher abgelöst von Entwürfen, die auf der Farbe aufbauen. Im Augenblick ist Trökes dabei, fiiir ein Jahr nach Griechenland überzusiedeln. Was erwartet er von Griechenland ? Dasselbe vielleicht, das er 1958 von seiner Indien-Ceylon-Reise erhoffte, Erweiterung des Horizontes, Einblicke in eine Welt, die dem Europäer neue Perspektiven eröffnet, denn die Gegenwart ist dort noch die ganze Zeit und umfaßt die Vergangenheit und Zukunft mit. Trökes wird in Griechenland keine griechischen Bilder malen, er wird vielleicht Aeschylos und den griechischen Mythos besser verstehen und aus dem Unvergänglichen dieser Sprache zu neuen Gleichnissen kommen. Maler wird heute niemand durch Beobachtung der Natur, sie gehört zum Metier. Maler wird auch niemand durch Denken und Theoreti-sieren, aber wo es an Geist fehlt, bleiben die Ergebnisse mager. Intelligenz hat noch keinem Künstler geschadet, meinte Kandinsky schon in den Jahren des »Blauen Reiter«, wir verlangen vom Maler einen eigenen Entwurf der Welt, er ist auch durch Trance und Automatismus nicht zu ersetzen. Trökes beginnt ein Bild, ohne sein Ende zu ahnen, im Prozeß des Arbeitens kommt er von einer Farbfigur zur anderen, oder er erweitert sie zum Thema und findet stufenweise zur Gestalt, am Schluß »sieht ihn das Bild an«, wie Klee sich ausdrückte, und erhält einen Titel, »Vogelstimmen« oder »Fruta del mar«. Das Bildnerische ist wesentlicher als das von außen auf ihn Eindringende, es handelt sich zumeist um Bewußtseinsakte. In diesen Fällen sind Titel Metaphern, wie die Bilder auch, und auswechselbar, die Bilder könnten auch anders heißen; der Betrachter erhält ledigUch einen Wegweiser, der ihm dazu verhilft, im Bild den richtigen Weg zu gehen, statt sich auf Grund subjektiver Vorstellungen zu verirren. Trotz allem ist Trökes den sichtbaren Dingen relativ näher als E. W. Nay oder Theodor Werner. Seine Farbfiguren involvieren im Zusammenhang Erinnerungsdimensionen, die landschaftlich oder figurai oder stillebenhaft durchscheinen. Eine »Gefährdete Insel« ist keine Insel, aber doch ein Faktum anderer Art als ein »Großer Gaukler«. Im Prozeß des Handelns überwiegt das eine Mal das Geologi-

Termékadatok

Cím: Heinz Trökes [antikvár]
Kiadó: Kunstreihe des Safari-Verlages
Kötés: Fűzött papírkötés
Méret: 250 mm x 320 mm
Bolti készlet  
Vélemény:
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