Bővebb ismertető
Ungarn war zur Zeit seines Renaissancekönigs Matthias I. (1443-1490) eine der entwickeltsten und auch in kultureller Hinsicht führenden Máchte Europas. Als das Reich 1527 durch Erbfolge an das Haus Habsburg fiel und damit seine nationale Unabhángigkeit verlor - der Kaiser von Österreich wurde gleichzeitig König von Ungarn - und wenig spáter die Türkén ihre 150 Jahre wáhrende Unterjochung begannen (1541-1699), entstanden sehr schwere Scháden, die den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt um viele Jahre zurückwarfen. Der Aufbau einer bürgerlichen Struktur durch stádtische und industrielle Entwickiung setzte erst Anfang des 19. Jahrhunderts ein. Die dazu notwendigen Impulse gingen dabei vom intellektuellen Kleinadel aus, der sich vor allém auf dem Gebiet der Jurisprudenz und der Administration betátigte und sich auf einige weitsichtige Aristokraten von europaischem Formát stützen konnte. Als Reprásentanten dieser Gruppé mögen hier nur zwei Namen erwáhnt werden: István Széchenyi (1791-1860), der - neben weiteren wichtigen Anstöfien - als erster die wirtschaftliche Notwendigkeit des Kreditsystems konzipierte, und Lajos Kossuth (1802-1894), der sich in den Parlamentssitzungen von einem auf das Allgemeinwohl orientierten Abgeordneten zu einer politischen Führerpersönlichkeit hoher Intelligenz mit starker Einflufinahme auf die öffentliche Meinung entwickelte. Diese beiden Mánner und andere Gleichgesinnte riefen durch ihre Tátigkeit Wandlungen hervor, die zur Schaffung einer ungarischen Industrie führten. Sie erkannten námlich, dafi ein wirtschaftlicher Aufschwung Vorbedingung für eine fortschrittliche Umgestaltung des Landes ist, wáhrend das Latifundiensystem, das frühmittelalterliche Produktions- und Gesellschaftsverháltnisse konservierte, für seine wirtschaftliche Rückstándigkeit Verantwortung trug. Die Aufhebung der Leibeigenschaft, die Einführung moderner Landwirtschaftsmethoden auf den grófién Besitzungen, die Herausbildung einer Industrie und damit des Handels und der Geldwirtschaft waren nicht nur Bestandteil, sondern Voraussetzung eines nationalen Aufschwungs, ja sogar für die Neuschaffung einer nationalen Selbstándigkeit. Vor diesem Hintergrund sind die bedeutenden Initiativen der Befürworter einer nationalen Industrie zu sehen mit dem Ziel, im Land möglichst ungarische Waren anbieten zu können. Andererseits richtete man 1842 eine erste Ausstellung der nunmehr schon erfolgreich produzierenden ungarischen Fabriken aus, um deren Erzeugnisse auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen. Auch die ungarische Porzellanmanufaktur Herend - benannt nach ihrem Ansiedlungsort - hatte Anteil an diesem Entwicklungsprozefi. Natürlich war diese heimatliche Fabrikation keineswegs aus dem Nichts hervorgetreten. Durch die schon erwáhnte Beibehaltung des Feudalismus hatte sich im 17.-18. Jahrhundert als Vólkskunst ein sehr beachtliches Töpfereihandwerk ausgebildet. Hauptsáchlich in der Tiefebene, im östlichen Gebiet Ungarns, gab es Keramikzentren mit eigenen Stilmerkmalen, doch auch in Transdanubien wirkten in vielen Dörfern - auch in der Gegend von Herend - Töpfer, die sich